Autobranche
Opel-Verhandlungsteam nimmt Beratungen auf

Das Verhandlungsteam der Bundesregierung zur Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel hat am Freitag zum ersten Mal getagt. Viel tun kann sie derzeit noch nicht. In erster Linie will die Regierung zeigen, dass sie etwas für den Autobauer tut. Das Handelsblatt hat aus Teilnehmerkreisen Neues über den geheim gehaltenen Teilnehmerkreis erfahren.

HB BERLIN. Bisher wurde über die Zusammensetzung des Gremiums nichts Offizielles bekannt. Wie das Handelsblatt aus Teilnehmerkreisen erfahren hat, besteht die Fünfergruppe unter anderem aus den Staatssekretären Jochen Homann aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (Vorsitz), Jörg Asmussen aus dem Bundesministerium für Finanzen und Jens Weidmann, der Wirtschaftsberater von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Außerdem gehören ein Vertreter aus Hessen und ein Vertreter von der Investmentbank Lazard zu der Gruppe. Dazustoßen wird voraussichtlich noch ein Vertreter aus der Wirtschaft, allem Anschein nach aus der Autoindustrie. Die Gruppe soll überparteilich sein und sollte trotz kontroverser Meinungen gut funktionieren. Zu einem späteren Zeitpunkt wird sie auch mit der US-Regierung sprechen.

Dabei geht es laut Teilnehmerkreisen derzeit darum, Monitoring zu betreiben, sprich sich die Situation in den USA anzuschauen. Hier hatte die US-Regierung der Opel-Mutter Anfang dieser Woche eine Frist von 60 Tagen gegen, um ein zufriedenstellendes Sanierungspaket vorzuweisen.

Für Opel ist entscheidend, ob GM weitere Unterstützung vom Staat erhält und der Insolvenz entgehen kann. Es werden Szenarien aufgebaut, um schnell reagieren zu können. Lazard ist einer der wichtigsten Spieler bei Restrukturierungen weltweit und betreut gerade in den USA mehr als die Hälfte der Restrukturierungsfälle.

Das Gremium hat an einem Fragenkatalog gearbeitet, den man der amerikanischen Regierung vorlegen wolle, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministerium in Berlin. Zudem sei darüber diskutiert worden, welche externe Experten noch in die Gruppe aufgenommen werden könnten.

Das Team soll die deutschen Interessen gegenüber der Opel-Mutter General Motors und der US-Regierung vertreten. Ansprechpartner für das Europageschäft von GM und somit für Opel sei GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster, sagte ein Unternehmenssprecher. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Bildung der Gruppe am Dienstag bei einem Besuch im Opel-Werk in Rüsselsheim angekündigt.

General Motors kämpft derzeit ums Überleben und droht Opel mit in den Abgrund zu reißen. Merkel hat staatliche Bürgschaften für private Investoren bei Opel zugesagt, eine Staatsbeteiligung an dem Traditionsunternehmen lehnt sie ab. Das Thema Opel dürfte auch beim ersten Zweiergespräch von Merkel mit US-Präsident Barack Obama am Nachmittag in Baden-Baden angeschnitten werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%