Autobranche
Schluss mit dem Abwracken

Knapp zwei Millionen Autokäufer in Deutschland haben von der Abwrackprämie profitiert. Jetzt ist der staatliche Fördertopf für Altautos leer. Die Bundesregierung hat eine Verlängerung der Subvention ausgeschlossen, andere Länder gehen einen anderen Weg.

HB ESCHBORN. Die staatliche Abwrackprämie für Altautos ist ausgelaufen. Knapp acht Monate nach Einführung der Prämie im Rahmen des staatlichen Konjunkturprogramms ist die Summe von fünf Mrd. Euro verbraucht, sagte ein Sprecher des zuständigen Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft (Bafa).

Am Dienstag beantragten noch viel mehr Menschen als im Durchschnitt der vergangenen Tage die Prämie: Am Montagnachmittag konnten noch 37 656 Anträge gestellt werden.

Die Abwrackprämie wird trotz Forderungen aus Industrie und Verbänden nicht verlängert. "Weitere Prämien können dann nicht mehr gewährt werden", schreibt das Bundesamt auf seiner Internetseite. Die Summe von 2.500 Euro erhält, wer ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet und dafür ein neues mit mindestens der Abgasnorm Euro vier kauft. Die Prämie kann mit dem Kaufvertrag bis zur Auslieferung reserviert werden unter der Internetadresse www.ump.bafa.de.

Noch 15 000 weitere Autokäufer sollen allerdings eine Chance auf den Bonus erhalten. Das Bafa richtet eine Warteliste für Käufer ein, die zunächst leer ausgegangen sind und nachträglich noch Geld erhalten könnten. Die freiwerdenden Mittel werden in der Reihenfolge der gestellten Anträge ausgezahlt. Die Autokäufer kommen dann zum Zug, wenn das Amt Anträge anderer Autofahrer wegen formaler Mängel ablehnt.

Das wahrscheinliche Auslaufen der Abwrackprämie dürfte auf den Tag einer Pressekonferenz des Branchenverbandes VDA fallen, der über die Branchenkonjunktur und die bevorstehende Internationale Automobilausstellung IAA (17. bis 27. September) informieren will.

Experten befürchten, dass durch das Vorziehen von Autokäufen wegen der Abwrackprämie im kommenden Jahr ein Absturz der Absatzzahlen drohen könnte. Von bis zu einer Million weniger verkauften Autos ist die Rede. In diesem Jahr dürfte der Absatz dank der staatlichen Hilfe auf 3,7 Mio. Fahrzeuge steigen.

Frankreich will dagegen bis ins Jahr 2011 hinein eine Abwrackprämie zahlen. Geplant sei ein schrittweises Abschmelzen der Prämie, bestätigte am Dienstag das Wirtschaftsministerium in Paris. Endgültig Schluss mit Zahlungen solle voraussichtlich erst im Jahr 2011 sein. Frankreich zahlt derzeit eine Verschrottungsprämie von 1000 Euro für Altautos. Der Minister für Wiederaufschwung, Patrick Devedjian, hatte kürzlich vorgeschlagen, sie zunächst auf 700 bis 800 Euro, später dann auf 400 Euro zu senken. Mit dem sanften Abschmelzen der Prämie soll ein Einbruch des Automarktes verhindert werden.

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