Autozulieferer
Bayerns Regierung zankt über Schaeffler

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) ist not amused: Sein Wirtschaftsminister Martin Zeil von der FDP hatte Staashilfen für den angeschlagenen fränkischen Autozulieferer Schaeffler abgelehnt. Nun stellt Seehofer im Handelsblatt dem Unternehmen ebensolche Hilfen in Aussicht. „Der Zwischenruf meines Wirtschaftsministers war nicht gut“, so der CSU-Chef.

BERLIN. Bayerns Regierungschef Horst Seehofer (CSU) hat seinen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) wegen dessen Ablehnung von Staathilfen für den angeschlagenen fränkischen Autozulieferer Schaeffler gerügt. „Der Zwischenruf meines Wirtschaftsministers Zeil war nicht gut“, sagte Seehofer dem Handelsblatt. Gleichzeitig stellte Seehofer Schaeffler Staatshilfe für den Fall in Aussicht, dass die Zukunftskonzepte des Unternehmens wirtschaftlich tragbar seien.

Zeil hatte gedroht, Schaeffler wegen des Machtkampfs mit Continental Staatshilfen zu verweigern. „Bei Schaeffler/Conti sind die gemeinsamen Hausaufgaben noch immer nicht gemacht. Wenn man so arbeitet, muss man ganz leise sein, was staatliche Hilfen betrifft“, hatte Zeil dem „Münchner Merkur“ gesagt.

Nun konterte Seehofer im Handelsblatt: „Auf Grundlage eines vernünftigen Konzepts bin ich jederzeit bereit, Hilfen zu organisieren“, sagte er. „Schaeffler ist im Kern ein gesundes Unternehmen, das - jenseits der durch die Übernahme hervorgerufenen Schulden - schwarze Zahlen schreibt. Die Fusion, die jetzt vollzogen wird, braucht Zeit“, so der CSU-Chef weiter.

Eindringlich warnte Seehofer davor, im Rahmen der Fusion mit dem ebenfalls angeschlagenen Konzern Continental Arbeitsplätze aus Bayern abzuziehen. „Wer aber Standorte aus Bayern abziehen will, der wird auf meinen entschiedenen Widerstand stoßen“, sagte er Bayerns FDP-Wirtschaftsminister Zeil hatte dem hoch verschuldeten Autozulieferer Schaeffler am Wochenende mit einem Nein zu Staathilfen gedroht.

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) forderte politische Unterstützung für Schaeffler. Wirtschaftsminister Zeil warf er mangelnde Rückendeckung für Schaeffler vor. „Ich halte diese öffentliche Kritik vom Kollegen Zeil an der Firma Schaeffler für ausgesprochen schädlich für den Wirtschaftsstandort Bayern“, sagte Herrmann am Sonntag. „In dieser Auseinandersetzung braucht Schaeffler die volle politische Rückendeckung der Staatsregierung und insgesamt des Freistaats Bayern und nicht eine öffentliche Distanzierung“, sagte Herrmann.

Schaeffler mit Sitz in Herzogenaurach müsse ein selbstständiges bayerisches Unternehmen bleiben und dürfe nicht in Zukunft „von Hannover aus ferngesteuert“ werden. Zudem gab er zu bedenken, dass nicht Zeil alleine über Staatshilfen entscheiden könne. Wichtig sei, Schaeffler und damit Tausende von Arbeitsplätzen zu retten.

Conti solle es nicht gelingen, den fränkischen Konzern zu übernehmen, sagte Herrmann. Mit Blick auf den Europas größten Autobauer VW, der den Sportwagenbauer Porsche schlucken will, sagte er: „Wir wollen so etwas bei Schaeffler nicht erleben.“

Bisher ist der Machtkampf der beiden verschuldeten Autozulieferer noch nicht entschieden. Nach Conti-Angaben ist für den 12. August eine Aufsichtsratssitzung einberufen, in der eine Entscheidung erwartet wird. Schaeffler hält knapp die Hälfte der Conti-Aktien.

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