Autozulieferer
Kaum Chancen für Hilfe für Conti und Schaeffler

Continental und die Schaeffler-Gruppe drücken Millardenschulden. Und derzeit scheint es beinahe unmöglich zu sein, dass die Unternehmen ohne die Hilfe von Bund oder Land auskommen. Für beides sind die Chancen nach aktuellen Aussagen gesunken.

HB FRANKFURT/HANNOVER/BERLIN. Niedersachsens Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat die Hilfsmöglichkeiten für den Autozulieferer Continental als begrenzt bezeichnet. Den Einsatz von Landesmitteln schloss er am Freitag im Deutschlandfunk aus. „Es gibt immer die Möglichkeit von Bürgschaften. Das gilt für jedes Unternehmen. Allerdings sind Bürgschaften an sehr klare, enge Kriterien gebunden.“

Der Aufsichtsrat von Continental berät an diesem Freitag in Frankfurt über die Lage des schwer angeschlagenen Großaktionärs Schaeffler sowie die Zukunft von Schaeffler und Conti. Der fränkische Autozulieferer hatte sich durch die auf Pump finanzierte Conti- Übernahme hoch verschuldet, hat einen Milliarden-Kapitalbedarf und bittet um Staatshilfen.

Auch die Bundesregierung will nach einem Pressebericht Staatshilfen für den angeschlagenen Schaeffler-Konzern vermeiden. Ungeachtet des politischen Drucks aus Teilen von SPD, CSU sowie der IG Metall strebe man eine rein privatwirtschaftliche Lösung an, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Regierungskreise. Dabei sollten die Schaeffler-Gläubigerbanken ihre Forderungen in Beteiligungen umwandeln. Für die Familie Schaeffler würde das laut Zeitung bedeuten, dass ihr Anteil am eigenen Unternehmen auf unter 20 Prozent sinkt.

Der Staat könne sich völlig heraushalten, weil Schaeffler „eine reine Eigenkapitallücke und kein Problem im operativen Geschäft“ habe, hieß es laut SZ in Berlin. Deshalb wären voraussichtlich nicht einmal Bürgschaften notwendig. Dass dennoch öffentlich über Staatsgarantien diskutiert werde, liege daran, dass Unternehmerin Maria-Elisabeth Schaeffler im Bemühen darum, die Mehrheit bei der Firmengruppe zu behalten, dieses Thema am Kochen halte. Ihr Rettungskonzept funktioniere nicht ohne öffentliche Hilfen. Ein Sanierungskonzept, das das Unternehmen ursprünglich diese Woche dem Bund vorlegen wollte, lässt aber der „SZ“ zufolge auf sich warten.

Nach „SZ“-Informationen gab es jedoch ein Treffen im Kanzleramt, bei dem die Regierung die Pläne der Schaeffler-Gläubigerbanken abgefragt hat. Die Firma selbst war zu dem Gespräch nicht eingeladen und wusste davon offenbar nichts. Die Gläubiger rechneten nach Informationen des Blattes damit, ihre Kreditforderungen gegen Anteile Schaefflers und Contis einzutauschen.

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