BA-Experte Möller
Getrennter Mindestlohn in Ost und West

Da die Wertschöpfung in Ostdeutschland geringer sei, empfiehlt der Experte der Bundesagentur für Arbeit einen verschiedenen Mindestlohn in Ost und West. Jugendliche ohne Ausbildung sollten ganz ausgeschlossen werden.
  • 11

Frankfurt/MainDas Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA) plädiert dafür, in Ost- und Westdeutschland unterschiedliche Mindestlohn-Stundensätze festzulegen. „Der Mindestlohn wird kommen“, sagte Instituts-Direktor Joachim Möller der „Frankfurter Rundschau“ (Samstag). Den von SPD und Grünen geforderten Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde könne man in Westdeutschland gerade noch vertreten. „Für Ostdeutschland halte ich diesen Satz für zu hoch“, so der Chef des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Viele Bürger in Ostdeutschland würden ein unterschiedliches Niveau als ungerecht empfinden, räumte Möller ein. Im Osten sei jedoch die Wertschöpfung pro Kopf deutlich niedriger als im Westen. „Deswegen muss der Mindestlohn dort niedriger sein, damit er keine Jobs vernichtet.“ In der Zeitarbeit betrage der Mindestlohn für Ostdeutschland 7,50 Euro pro Stunde. „Das ist eine gute Orientierungsmarke, weil Leiharbeiter in nahezu allen Branchen tätig sind“, sagte Möller.

Er regte an, dass der Mindestlohn nicht für Jugendliche ohne Ausbildung gilt. „Wir sollten junge Menschen nicht ermuntern, nach der Schule gleich einen Job anzunehmen statt eine Ausbildung zu absolvieren.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " BA-Experte Möller: Getrennter Mindestlohn in Ost und West"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ Rechner

    HAT , PUTIN DER MENSCH , ERKLÄRT : http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=Dv32-PuW1XQ
    Die versteckte Botschaft von Putin

  • 24 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch in Ost/West-Kategorien zu denken ist wirklich nur noch peinlich.

    Ebenso peinlich ist die Idee eines gesetzlichen Mindestlohns.

    So macht man aus Aufstockern Arbeitslose, mit den entsprechenden Konsequenzen für den Steuer- und Beitragszahler.

    Die Konsequenzen kann man sich in allen Ländern die schon lange einen Mindestlohn haben angucken - USA, Frankreich und Großbritannien haben alle höhere Arbeitslosenquoten als Deutschland.

    Wie kann man nur so blöd sein?

  • @

    Zitat : wäre die 25-jährige, reale Vereinigungspolitik nicht Grund in der Politik eine "leistungsgerechte" Bezahlung einzuführen?

    - Absolute Zustimmung. In Ost und West.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%