Baden-Württemberg
Atomdebatte beflügelt die Grünen

Die wieder aufgeflammte Atomdebatte trägt die Grünen in ungeahnte Umfrage-Höhen. In Baden-Württemberg liegen sie laut einer Emnid-Erhebung mit 25 Prozent sogar vor der SPD. Und auch bundesweit profitiert die Öko-Partei.
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Berlin

Eine Woche vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Grünen die SPD in Umfragen wieder überholt und könnten mit ihrem Spitzenkandidaten Winfried Kretschmann den ersten grünen Ministerpräsidenten stellen. In der am Sonntag veröffentlichten Emnid-Erhebung für das Magazin "Focus" legen die Grünen im Vergleich zur Vorwoche um fünf Punkte auf 25 Prozent zu, die SPD gibt zwei Punkte auf 22 Prozent nach. CDU und FDP geben jeweils einen Punkt ab und kommen auf 38 beziehungsweise sechs Prozent. Die Linkspartei würde mit vier Punkten den Einzug in den Landtag verpassen. Die schwarz-gelbe Koalition unter Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) kommt demnach auf 44 Prozent und liegt damit drei Punkte hinter Grün-Rot.

Mit der Atomdebatte im Zuge der Reaktorkatastrophe in Japan verspüren die Grünen auch in Rheinland-Pfalz kräftigen Rückenwind. Auch dort wird am kommenden Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Die Grünen wachsen im Wochenvergleich um vier Punkte auf 14 Prozent an. Die bislang unter Ministerpräsident Kurt Beck allein regierende SPD gibt zwei Punkte auf 37 Prozent ab. Damit wären die Weichen für ein rot-grünes Bündnis gestellt.

CDU und FDP verharren bei ihren Werten von 34 und sechs Prozent.

Auch in Rheinland-Pfalz würde die Linkspartei nach der Emnid-Erhebung an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Auch bundesweit profitieren die Grünen von den Ängsten vor massiven Störfällen in Atomkraftwerken. In einer Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" legen sie um drei Punkte zu und kommen auf 18 Prozent. Union und FDP verlieren jeweils einen Punkt und kommen auf 34 und fünf Prozent. Die SPD verharrt bei 28 Prozent, die Linkspartei gibt einen Punkt ab und kommt auf neun Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Baden-Württemberg: Atomdebatte beflügelt die Grünen"

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  • Das wäre der Untergang für das Musterländle ........ ........... welche Errungenschaften haben wir den Grünen zu verdanken? ......... allenfalls die Homo-Ehe, Antidiskriminierungsgedöns ....wahrlich weltbewegende Themen ............. mit den Grünen werden wir uns eher die Probleme ins Haus holen ... der grenzenlosen Zuwanderung/Islamisierung werden alle Türen geöffnet! Ohne eine starke Union und einer ausufernden linken Parteienlandschaft reiben sich die Rechten jetzt schon die Hände ....

  • Man sollte sich vielleicht daran erinnern, dass ein SPD-Bundeskanzler namens Gerhard Schröder, die bundesdeutsche Gasversorgung auf etliche Jahre hinaus an Russland (Gazprom) verkauft und mit einer Ölpreisbindung belegt hat. Erdgas stellt eine günstige und umweltverträgliche Alternative zu Atom und Erdöl dar, ist hierzulande aber dank der Ölpreisbindung vollkommen überteuert. Die USA gehen da intelligentere Wege.
    Wir könnten heute soviel weiter sein, hätte nicht eine rot-grüne Bundesregierung in bester Eigenvorsorge diese Wege beschritten.
    EIn Schelm wer böses dabei denkt, dass dieser besagte SPD-Bundekanzler nach seiner Abwahl einen Vorstandsposten bei genau der Gazprom bekommen hat...

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