Baden-Württemberg
CDU-Austritt nach Bonhoeffer-Schmähung

Der Chef des baden-württembergischen Wasserkraftverbands, Manfred Lüttke, ist nach heftiger Kritik an seiner Schmähung des Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer aus der CDU ausgetreten. Er kam damit seinem Parteiausschluss nach monatelangen Diskussionen zuvor.

HB STUTTGART. „Dieser Schritt liegt in beiderseitigem Interesse, denn er erspart allen Beteiligten ein aufwendiges Parteigerichtsverfahren“, erklärte der Generalsekretär der Südwest-CDU, Thomas Strobl, am Dienstag.

Lüttke hatte im Juli 2008 den von den Nazis hingerichteten Theologen Bonhoeffer verbandsintern als „ganz gewöhnlichen Landesverräter“ bezeichnet. Bonhoeffer war wegen seines Widerstands gegen den Nationalsozialismus 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet worden. Lüttke hatte sich später für seine Äußerung entschuldigt. Dennoch wollte ihn die Spitze der Landes-CDU aus der Partei ausschließen lassen.

Über Lüttkes Äußerungen wird demnächst vor Gericht verhandelt. Lüttke will sich gegen einen Strafbefehl wegen „Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener“ zur Wehr setzen. Er war vom Karlsruher Amtsgericht - im schriftlichen Verfahren ohne Hauptverhandlung - zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt worden.

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