Baden-Württemberg: Rot-Grün profitiert von Stuttgart 21

Baden-Württemberg
Rot-Grün profitiert von Stuttgart 21

Wenn am kommenden Sonntag Wahlen in Baden-Württemberg wären, stünde ein Regierungswechsel an. Der Unmut rund um das Bahnprojekt Stuttgart 21 sorgt für Zulauf bei Grünen und SPD. Die Umweltpartei wäre einer Umfrage zufolge derzeit sogar stärkste Kraft im Land. Ein Warnschuss für die CDU-Regierung, wird 2011 doch ein neuer Landtag gewählt.
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HB STUTTGART. Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 treibt den Grünen in Baden-Württemberg immer mehr Wähler zu. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap kommen die Grünen in der Sonntagsfrage für die Landtagswahl im März 2011 auf einen Stimmenanteil von 27 Prozent nach 11,7 Prozent beim Urnengang 2006. Zusammen mit der SPD, die der Umfrage zufolge auf 21 von 25,2 Prozent abrutscht, könnten die Grünen damit im kommenden Jahr die Regierung stellen und Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) ablösen.

Seit Gründung des Landes im Jahr 1952 hat die CDU in dem wirtschaftlich starken Bundesland immer den Regierungschef gestellt. In der jüngsten Umfrage kommt die CDU hingegen nur noch auf einen Stimmenanteil von 35 Prozent, nach 44,2 Prozent bei der Landtagswahl vor vier Jahren. Auch die in Baden-Württemberg mitregierende FDP büßt in der Wählergunst deutlich ein: Ihr Stimmenanteil liegt der Umfrage zufolge mit fünf Prozent nur noch halb so hoch wie 2006. Die Umfrage wurde vom Südwestrundfunk und der "Stuttgarter Zeitung" in Auftrag gegeben.

Gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 protestieren seit Monaten Zehntausende in der Stuttgarter Innenstadt. CDU, FDP und SPD sind für das von der Deutschen Bahn geplante Milliardenvorhaben, mit dem der Stuttgarter Kopfbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden soll. Die Grünen lehnen den Umbau des Bahnhofs strikt ab. Mehr als die Hälfte der von Infratest Dimap Befragten (54 Prozent) sprechen sich inzwischen gegen das bereits 1994 aus der Taufe gehobene Bauprojekt aus. Für Stuttgart 21 votierten den Angaben zufolge nur 35 Prozent.

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