Baden-Württemberg will einlenken
Schmidt fordert Ende des Ärzte-Tarifstreits

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat ein rasches Ende des Tarifkonflikts der Uni-Ärzte verlangt. Im Streit um Gehälter und Arbeitszeiten will Baden-Württemberg nun nach dem gescheiterten Spitzentreffen am Donnerstag eigene Verhandlungen mit dem Marburger Bund (MB) aufnehmen.

HB FRANKFURT AM MAIN/BERLIN. Die Bundesgesundheitsministerin forderte die Gewerkschaft Marburger Bund und die Länder auf, die Verhandlungen fortzusetzen. Die SPD-Politikerin sagte der „Berliner Zeitung“: „Im Interesse der Patienten appelliere ich an die Tarifpartner, möglichst rasch an den Verhandlungstisch zurückzukehren, damit endlich eine Lösung gefunden wird.“

Baden-Württemberg kündigte derweil an, Anfang der kommenden Woche werde es Gespräche mit Vertretern der Landesregierung und dem MB-Landesverband geben, sagte Finanzminister Gerhard Stratthaus. „Ziel des Meinungsaustausches ist es, eine Lösung zu finden, um den Streik im Interesse der Patienten auszusetzen“, wurde der CDU-Politiker zitiert. Ein Ausstieg aus der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) komme für Baden-Württemberg aber nicht in Frage. Am Donnerstag war ein Spitzentreffen zwischen der TdL und dem Marburger Bund in Dresden ohne Ergebnis geblieben. Die Ärzte wollen deshalb ab der kommenden Woche sieben Tage streiken. Bereits jetzt haben die Kliniken mit Millionenverlusten zu kämpfen.

Die Unikliniken erneuerten ihr Vermittlungsangebot in dem Tarifstreit. Sie seien „bereit, ihren Sachverstand anzubieten und zur Lösung des Konflikts beizutragen“, sagte der stellvertretende Chef des Klinikverbandes VUD, Jörg Rüdiger Siewert. Dafür wollten sich alle Verbandsmitglieder in der kommenden Woche in Berlin treffen. Werde der Streik wie geplant ausgeweitet, würden „medizinische Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung in Deutschland existenziell geschädigt“.

In dem Tarifstreit geht es um Arbeitsbedingungen und Bezahlung von 22 000 Ärzten in Unikliniken. Auch Landeskrankenhäuser sind betroffen. Ab Montag drohen bundesweit einwöchige Ärztestreiks an 35 Uni-Kliniken und Landeskrankenhäusern. Die Mediziner möchten 30 Prozent mehr Lohn. Ein Angebot der Arbeitgeber für eine geringeren Gehaltsaufschlag lehnte der Marburger Bund ab.

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