Bafög-Statistik
Zahl der Empfänger weiter gesunken

Jahr für Jahr sinkt die Zahl der Bafög-Empfänger. Mit sinkendem Bedarf hat das allerdings nichts zu tun. Bildungsministerin Johanna Wanka will entgegensteuern – mit höheren Freibeträgen für Eltern und Studierende.
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WiesbadenIn Deutschland haben im vergangenen Jahr weniger Schüler und Studenten Bafög bekommen. Die Zahl der Bafög-Empfänger sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf 925.000, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Im Jahr 2013 hatte es demnach bereits einen Rückgang von 2,1 Prozent gegeben. Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) verwies auf Verbesserungen durch die bereits beschlossene Bafög-Reform.

Mit mehr Geld können Schüler und Studenten allerdings erst ab Sommer 2016 rechnen. Freibeträge und Bedarfssätze steigen dann um sieben Prozent. Bereits seit Anfang dieses Jahres finanziert der Bund die Ausbildungsförderung allein und nicht mehr zusammen mit den Ländern. Ab Anfang August treten weitere Änderungen beim Bafög in Kraft. So können etwa Studenten, die nur vorläufig für ein Master-Studium zugelassen sind, Bafög erhalten.

Bildungsministerin Wanka erklärte dazu, die Ausbildungsförderung werde weiter an die Realitäten im Studium angepasst, und bisherige Förderlücken würden geschlossen. Die neue Bafög-Statistik bestätige zudem die Regierung, dass sie den richtigen Weg einschlage. „Nach der Übernahme der Bafög-Finanzierung durch den Bund folgen strukturelle und substanzielle Verbesserungen, die den Kreis der Bafög-Empfänger um rund 100.000 Geförderte anwachsen lassen werden“, erklärte Wanka.

Die Opposition forderte dagegen eine schnellere Einführung der Reform. „Es war ein Fehler, mit der Bafög-Reform so lange zu warten, bis immer mehr Studierende aus der Förderung rausfallen“, erklärte die hochschulpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Nicole Gohlke. Der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring forderte Wanka auf, sie müsse ihren „stoischen Kurs“ beim Bafög korrigieren und die Reform um ein Jahr auf das kommende Wintersemester vorziehen.

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) forderte regelmäßige Bafög-Erhöhungen. Die Leistungen müssten „regelmäßig und dynamisch an die Entwicklung von Preisen und Einkommen angepasst werden“, erklärte DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. Eine Erhöhung pro Legislaturperiode reiche nicht.

Im vergangenen Jahr erhielten laut Statistischem Bundesamt 647.000 Studenten Bafög und damit 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der geförderten Schüler sank um fünf Prozent auf 278.000. Schüler erhielten im Durchschnitt pro Monat 418 Euro, Studenten 448 Euro. Einen Kinderbetreuungszuschlag von 113 Euro für das erste Kind und 85 Euro für jedes weitere Kind bekamen 50.000 Geförderte.

Bund und Länder gaben im Jahr 2014 für Bafög-Leistungen 3,1 Milliarden Euro aus. Dies waren 99 Millionen Euro oder drei Prozent weniger als im Vorjahr. Dabei entfielen knapp 900 Millionen Euro auf die Schülerförderung und gut 2,3 Milliarden Euro auf die Unterstützung von Studenten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bafög-Statistik: Zahl der Empfänger weiter gesunken"

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  • Soll das heißen, dass diese zusätzlichen 100.000 Bafögempfänger gerade einmal die Zahl ersetzen, die seit der vorigen Erhöhung aus der Förderung herausgefallen sind?
    Steigt die Bafögsumme gar nicht, weil lediglich die vorherige Summe wieder erreicht wird?

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