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19.01.2008 
Magazinbericht

Bahn bereitet Sparprogramm vor

Die Bahn will einem Magazinbericht zufolge in den nächsten Wochen ein Sparprogramm auflegen, um die Kosten der jüngsten Tarifabschlüsse aufzufangen. Geplant sei unter anderem ein Einstellungsstopp, berichtete „Der Spiegel“ am Samstag vorab unter Berufung auf Aufsichtsratskreise.

Die Bahn plant einen Einstellungsstopp. FOTO: dpaLupe

Die Bahn plant einen Einstellungsstopp. FOTO: dpa

HB BERLIN. Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte nach dem Tarifabschluss mit der Lokführer-Gewerkschaft GDL einen Stellenabbau und höhere Fahrpreise angekündigt, um Mehrkosten von mehr als einer Milliarde Euro über fünf Jahre wieder hereinzuholen. Nach Kritik aus allen Lagern hatte die Bahn am Freitag erklärt, das Beschäftigungsbündnis, das betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, laufe bis 2010. Die Bedingungen einer Fortsetzung über 2010 hinaus müssten „im Lichte der wirtschaftlichen Zwänge“ mit den Gewerkschaften neu verhandelt werden.

Inzwischen geht die Bahn Medienberichten zufolge sogar von 1,6 Milliarden Euro Mehrkosten bis 2012 durch die Tarifabschlüsse aus. Diese Zahl habe Mehdorn in einem Brief an die Belegschaft genannt, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. „Wir müssen jetzt alle Möglichkeiten zur Gegensteuerung prüfen“, zitierte das Blatt aus dem Brief. GDL-Chef Manfred Schell warf Mehdorn im Sender Phoenix vor, im Mitarbeiterbrief mit falschen Zahlen zu operieren.

Der Konzern hatte sich am vergangenen Wochenende mit der GDL auf Lohnerhöhungen von elf Prozent und eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine auf 40 Stunden geeinigt. Mitte November hatte die Bahn mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent vereinbart. Dieser Tarifabschluss enthält eine Revisionsklausel für den Fall, dass der Abschluss mit der GDL höher liegt. Die Vereinbarungen müssen noch abschließend geregelt werden.

Transnet-Chef Norbert Hansen sagte dem „Spiegel“, der Abschluss mit den Lokführern sei noch nicht unter Dach und Fach. Es müsse noch geklärt werden, ob die 3000 Rangierlokomotivführer unter den Vertrag fielen. Dagegen werde sich Transnet mit allen Mitteln wehren. Am Dienstag wollen Transnet und GDBA erneut mit der Bahn verhandeln. Dann werde auch für die rund 115.000 Mitglieder der beiden Gewerkschaften eine Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden gefordert, kündigten Sprecher von Transnet und GDBA in der Zeitung „Euro am Sonntag“ an.

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