Bahnchef Grube Stuttgart-21-Alternative nicht realisierbar

Die Bahn erteilt einem Alternativkonzept der Stuttgart-21-Gegner eine klare Absage. Vorstandschef Rüdiger Grube hält den vorgeschlagenen Umbau des Kopfbahnhofs für schlichtweg nicht umsetzbar. Unterdessen wurde entschieden, dass Ministerpräsident Mappus vor dem Untersuchungsausschuss zum Polizeieinsatz am 30. September aussagen muss.
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Stuttgart-21-Gegner: Der Gegenvorschlag "K21" hat offenbar keine Chance. Quelle: dpa

Stuttgart-21-Gegner: Der Gegenvorschlag "K21" hat offenbar keine Chance.

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HB STUTTGART. Bahn-Vorstandschef Rüdiger Grube hält das Alternativkonzept der Gegner des Bahnprojekts „Stuttgart 21“ für nicht umsetzbar. „Dies ist sicherlich eine gut gemeinte Alternative, aber sie lässt sich einfach nicht realisieren“, sagte Grube am Dienstag in Stuttgart. Eine Modernisierung des Kopfbahnhofs sei nicht finanzierbar und werde keine Baugenehmigung erhalten. Und selbst falls diese Hindernisse überwunden werden könnten, wäre eine Fertigstellung erst 2035 möglich.

Das Alternativkonzept „Kopfbahnhof 21“ (K 21), das die Gegner von “Stuttgart 21“ favorisieren, war bei der vergangenen Schlichtungsrunde im Streit um das Bahnprojekt am Freitag diskutiert worden. Bei „K21“ soll der bestehende Kopfbahnhof erhalten und das Gleisvorfeld auf mehrere Ebenen ausgebaut werden.

Der Bahnchef versicherte, es gehe ihm bei dieser Diskussion um den Austausch von Argumenten. Er habe dabei die Sorge, „dass ein normaler Wähler das gar nicht nachvollziehen kann“. Deshalb wolle er sich persönlich in die Diskussion mit der Bevölkerung einbringen. “Ich bin kein Betonkopf“, beteuerte Grube. Es gehe ihm um Fakten: “Wir wollen doch auch kein Projekt, das die Bevölkerung nicht will. Wir wollen auch kein Projekt, das sich nicht rechnet. Wir wollen doch hier keinen Blödsinn machen.“

Er stellte die Vorteile eines Durchgangsbahnhof heraus. Bei längeren Fahrtstrecken ließe sich so rund eine halbe Stunde Reisezeit einsparen. Und auch die Anbindung vieler Regionen im Südwesten an den Flughafen Stuttgart werde verbessert.

Bei „Stuttgart 21“ wird der Stuttgarter Hauptbahnhof von einer Kopf- zu einer unterirdischen Durchgangsstation umgestaltet. Durch eine Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm soll die Fahrtzeit zwischen beiden Städten nahezu halbiert werden. Die Kosten werden derzeit mit insgesamt rund sieben Mrd. Euro veranschlagt. Seit Monaten gibt es große Proteste gegen das Milliardenprojekt, auch wegen der ausufernden Kosten.

Derweil wird Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Prüfung des umstrittenen Polizeieinsatzes vom 30. September im Stuttgarter Schlossgarten aussagen. Der Ausschussvorsitzende Winfried Scheuermann (CDU) sagte am Dienstag nach der ersten beratenden Sitzung des Gremiums, dass die Mehrheit des Ausschusses entschieden habe, Mappus gegen Ende der Beweisaufnahme zu hören, um mehrere Vorladungen des Ministerpräsidenten zu vermeiden.

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13 Kommentare zu "Bahnchef Grube: Stuttgart-21-Alternative nicht realisierbar"

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  • Nur für den Fall, dass es jemanden interessiert: bei fertigstellung des geplanten neuen bahnhofs und der Strecke Wendlingen - Ulm, wird die Technik und der Standort veraltet sein.
    Daher mein Vorschlag.
    - Neuer bahnhof oben am Flugplatz
    -Magnetschwebebahn, 1. bauabschnitt, stuttgart - München, dann den Ausbau Peking - Paris forcieren.

  • @Matthias Doll
    Der Hass auf Politiker rührt vieleicht auch daher: "Grund für die Verschlechterung Deutschlands
    von 8 auf 7,9 Punkte im Vergleich zum Vorjahr nennt Transparency die fehlende
    Ratifizierung der UN-Konvention gegen Korruption. Der Straftatbestand der
    Abgeordnetenbestechung müsse verschärft werden, damit Deutschland wie
    140 andere Länder die Konvention unterzeichnen könne."
    ich studiere bauingenieurwesen daher weiß ich, dass grade größere baufirmen
    Rechtsexperten beschäftigen welche sich nur damit beschäftigen wie man im
    Nachhinein noch möglichst viel rausholen kann. Der idealfall wird zur Regel
    damit sich dann herausstellt, dass es doch nicht so einfach geht wie man "dachte".
    in den Parlamenten sitzen hauptsächlich CDU/FDP und SPD-ler da ist‘s auch kein Problem
    für so ein Projekt eine Mehrheit zu finden.
    Die Experten sitzen auch bei den Gegnern ingenieure, bahnvorsteher, Mathematiker, Politiker
    usw., der Fahrgastverband Probahn möchte sicherlich nur das Schlechteste für seine Mitglieder,
    weshalb er bei den Gegnern von S21 sitzt.
    Jetzt mal im Ernst, wer haftet dafür wenn es trotz aller Zweifel, Offenlegung aller Fakten,
    Protesten usw. dann z.b. 4Mrd mehr kostet ?
    Sie und sämtliche befürworter mit ihrem Privatvermögen ?
    Wenn meine Steuergelder schon für Subventionen verpulvert werden, dann aber bitte nicht für
    bauunternehmen und Shopping-mall-betreiber.
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/moeglicher-interessenkonflikt-mappus-s-21-und-die-spaetzle-connection;2670355

  • schade ist, dass hier so viele verbal ausfällig werden und im Grunde genommen nur ihren Hass auf Politiker ablassen - vielleicht sollten sich diese Damen und Herren einfach selbst mal einer Partei anschließen und sich zur Wahl stellen und es besser machen.
    Aus meiner Sicht wäre ein Volksentscheid die beste Lösung (abgesehen davon, dass in den letzten 15 Jahren diverse Abstimmungen in Parlamenten stattgefunden haben - und auch durch alle Parteien abgenickt wurden), es stellt sich nur die Frage, was tun die Gegner, wenn es dann eine Mehrheit für S21 gibt?! Dann wird sicher wieder der Ruf nach Untersuchung wegen betruges laut und das Theater geht weiter bzw. von vorne los...
    Denn eigentlich wollen doch alle hier nicht hören, dass es -vielleicht- kein besseres Konzept gibt auch wenn es tatsächlich so wäre.. es geht ihnen allen hier doch nicht darum, die beste Lösung zu finden sondern S21 auf jeden Fall zu verhindern, wobei ich mich frage wer denn hier alles Experte bei bahnprojekten ist und woher Sie ihre Fachkenntnisse haben... ich jedenfalls bin Laie und kann keine Kostenschätzungen beurteilen oder Fahrzeitverkürzungen... ich kann aber sagen, dass bspw. die Strecke Erfurt-Leipzig in den letzten 10 Jahren ca. 30 min schneller geworden ist und das das eine riesen Erleichterung für die Tagespendler war, denn täglich 1h mehr Freizeit bedeutet unglaublich mehr Lebensqualität... wie viele nutzen denn von den Gegner überhaupt die bahn...?!

  • Kopfbahnhof Frankfurt

    in Frankfurt am Main gibt es (immer noch) einen Kopfbahnhof. Für mich als Nicht-Stuttgarter wäre es interessant wie die Stuttgart S21 und K21 Argumente zu Frankfurt passen. Nach meiner bescheidenen Meinung hat der bahnhof in Frankfurt mehr Verkehr als der in Stuttgart.
    Wenn die Db mit ihren Argumenten richtig liegt müssten doch die grossen bahnhöfe zuerst umgebaut werden. Oder gab es nur in Stuttgart offene Arme und offene Geldbeutel für die hochfliegenden Pläne von Grube, Kefer und Mappus?

  • Falls es jemanden noch nicht bekannt ist - unserem Verkehrsminister und bahnchef Grube ist es jedenfalls nich bekannt - :

    Der bundesrechnungshof hat dem Projektvorhaben S21 nicht zugestimmt, weil bereits in November 2008 festgestellt wurde, dass:

    "für Stuttgart 21 von Mehrkosten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro auszugehen ist"


    Aber wozu brauchen wir solche behörden wie den bundesrechnungshof, welche die Wirtschaftlichkeit von Projekten prüfen:

    wir haben ja den Steuerzahler, der gemolken werden kann, bis er zu einem Krüppel gemacht wird, und dann ist ja die nächste Generation an der Reihe!


    Ups! Dummerweise hat die aktuelle Generation verstanden wie der Hase läuft und es werden nur noch Mehmehts und Aischas geboren, die nur noch Obst und Gemüse verkaufen und Kinder wie am laufenden band produzieren.

    Und genauso sehen auch unsere Politiker aus!
    Ein Haufen verantwortungsloser Nullnummern, die einen auf dicke Hose machen und selbst einen ganz kleinen haben, und bei Nutten bezahlen, damit sie mal in den Garten rein dürfen!

  • Diese Faktenverdreherei geht mir einfach auf den Senkel.
    "Eine Modernisierung des Kopfbahnhofs sei nicht finanzierbar und werde keine baugenehmigung erhalten" - will Herr Grube mich für blöd verkaufen? Die Käsereibe wird doch auch nicht für umme gebaut. Und warum soll eine Renovierung keine Genehmigung erhalten? Dabei wollte ich von dem begriff "Lügenpack" versuchen wegzukommen...
    Fertigstellungsdatum lässt sich diskutieren, aber "2035" hört sich an, wie wenn das in Handarbeit von nur fünf Arbeitern mit Hammer und Sichel gemacht werden muss.
    "bei K 21 soll [...] das Gleisvorfeld auf mehrere Ebenen ausgebaut werden" - das Gleisvorfeld *hat* bereits mehrere Ebenen, es soll nur noch die eine oder andere sinnvolle Ergänzung dazukommen.
    "bei längeren Fahrtstrecken ließe sich so rund eine halbe Stunde Reisezeit einsparen." - Für S21 hat es die bahn noch nicht mal geschafft, ein betriebskonzept vorzulegen. Hier überhaupt von Fahrzeitverkürzung zu schwafeln, ist schon grenzwertig, und mit der "halben Stunde" wird sich Herr Grube noch ordentlich das Maul verbrennen.
    ich hoffe mal, die beiden betriebskonzepte von S21 (sofern man bei S21 überhaupt davon reden kann) und K21 werden in einer der nächsten Schlichtungen gründlich miteinander verglichen!

  • im Artikel steht: "bei „K21“ soll der bestehende Kopfbahnhof erhalten und das Gleisvorfeld auf mehrere Ebenen ausgebaut werden."

    Diese Aussage ist mißverständlich. Das Gleisvorfeld des Stuttgarter Kopfbahnhofs iST bEREiTS ein Gleisgebirge mit 3 Ebenen, in dem die Züge weitgehend kreuzungsfrei ein- und ausfahren können!

    Der Ausbau wird bei K21 aber in Etappen (!) möglich sein - im Gegensatz zu S21, wo die Züge auf den neuen Gleisen ERST DANN fahren können, wenn die Neubaustrecke komplett fertig ist, also frühestens in 10 Jahren. Realistischer betrachtet aber wohl erst in 15 oder 20 Jahren. Und so lange können die "freiwerdenden Gleisflächen" auch nicht bebaut werden.

    ich freue mich zu lesen, daß Herr Grube nichts bauen will, was sich nicht rechnet. S21 rechnet sich nicht. Das wird sich in der Schlichtung zum Thema Kosten-Nutzen zeigen. Schön, daß Herr endlich zur Vernunft kommt.

  • Diese Faktenverdreherei geht mir einfach auf den Senkel.
    "Eine Modernisierung des Kopfbahnhofs sei nicht finanzierbar und werde keine baugenehmigung erhalten" - will Herr Grube mich für blöd verkaufen? Die Käsereibe wird doch auch nicht für umme gebaut. Und warum soll eine Renovierung keine Genehmigung erhalten? Dabei wollte ich von dem begriff "Lügenpack" versuchen wegzukommen...
    Fertigstellungsdatum lässt sich diskutieren, aber "2035" hört sich an, wie wenn das in Handarbeit von nur fünf Arbeitern mit Hammer und Sichel gemacht werden muss.
    "bei K 21 soll [...] das Gleisvorfeld auf mehrere Ebenen ausgebaut werden" - das Gleisvorfeld *hat* bereits mehrere Ebenen, es soll nur noch die eine oder andere sinnvolle Ergänzung dazukommen.
    "bei längeren Fahrtstrecken ließe sich so rund eine halbe Stunde Reisezeit einsparen." - Für S21 hat es die bahn noch nicht mal geschafft, ein betriebskonzept vorzulegen. Hier überhaupt von Fahrzeitverkürzung zu schwafeln, ist schon grenzwertig, und mit der "halben Stunde" wird sich Herr Grube noch ordentlich das Maul verbrennen.
    ich hoffe mal, die beiden betriebskonzepte von S21 (sofern man bei S21 überhaupt davon reden kann) und K21 werden in einer der nächsten Schlichtungen gründlich nebeneinandergestellt!

  • Warum lehnt die bahn kategorisch den alternativplan ab??? Was steckt da dahinter? Wurde den bahn-Oberen ihr Unvermögen vor Augengeführt? ich muß doch erst prüfen ob das alternative Program machbar ist, und kosten günstiger. Aber es zeigt auch, wie unflexibel Politiker und bahn-bosse mit diesem Problem umgehen. Wenn es sich herausstellen sollte, dass der Vorschlag der bahn und der Regierung falsch ist, müssen diese Damen und Herren vor Gericht gestellt werden, und bei Verurteilung haften sie mit ihrem Privatvermögen.
    Danke

  • Mit Amtsantritt verpflichten sich Politiker im interesse der bürger zu handeln und somit zum verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern. Die Zweckentfremdung oder Verschwendung von Steuermitteln ist Amtsmißbrauch. Und wenn ein derartiger Verdacht besteht, dann müssen alle Steuerzahler das Recht darauf haben, dass die Hintergründe aufgeklärt werden. Und alle Versuche, sachliche Recherchen zu verhindern müssen bestraft werden!

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