Bahnhofsumbau
„Stuttgart 21“ braucht bis 2020

Der heftig umstrittene Komplettumbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs wird ein Jahr länger dauern als bislang gedacht - bis 2020. Die geschätzten Kosten nähern sich zudem der Obergrenze von 4,5 Milliarden Euro an.
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StuttgartDie Kosten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 steigen auf rund 4,3 Milliarden Euro. „Wir betrachten das mit Sorgen“, sagte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Freitag nach einer Sitzung des Lenkungskreises. Bisher waren Kosten in Höhe von 4,1 Milliarden Euro genannt worden. Nunmehr rücke der Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs in die Nähe des vertraglich vereinbarten Kostendeckels von etwa 4,5 Milliarden Euro, sagte Hermann.

Der Technikvorstand der Deutschen Bahn, Volker Kefer, sagte, die Umwandlung des 16-gleisigen Kopfbahnhofs in einen achtgleisigen unterirdischen Durchgangsbahnhof mit kilometerlangen Tunnelanfahrten könne erst Ende 2020 und damit ein Jahr später als geplant abgeschlossen werden. Jahrelang gab es heftige Proteste gegen den Umbau. Im November 2011 hatte sich die Mehrheit der Bevölkerung in einer Volksabstimmung für einen Weiterbau ausgesprochen.

Bis 2020 soll neben dem Projekt Stuttgart 21 auch die ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Wendlingen-Ulm fertig sein. Die Gesamtkosten liegen bei mehr als sieben Milliarden Euro. Bahn-Vorstand Kefer sagte, inzwischen seien 50 Prozent der Aufträge vergeben. Darunter waren 90 Prozent der Tunnelarbeiten. Vor kurzem waren der Umbau des Tiefbahnhofs und der Bau zweier Tunnel für 800 Millionen Euro beschlossen worden. Das Abpumpen des Grundwassers im Bereich des Hauptbahnhofs könne erst im Januar 2013 beginnen, vier Monate später als bisher geplant, sagte Kefer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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