Bahnreform
Bahn-Börsengang für Ende des Jahres angepeilt

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch die Teilprivatisierung der Deutschen Bahn beschlossen. Auch der Zeitpunkt für die Platzierung der Aktien steht weitestgehend fest.

HB BERLIN. Nach Angaben aus Regierungskreisen setzte die Ministerrunde am Mittwoch damit den Grundsatz-Beschluss der Koalitionsspitzen zu diesem Thema vom Montagabend um.

Der Koalitionsausschuss hatte unter Vorsitz von Kanzlerin Angela Merkel nach monatelangen Diskussionen entschieden, dass 24,9 Prozent des Bahn-Transportgeschäfts an private Investoren verkauft werden sollen. Das Netz wie auch die Bahnhöfe sollen weiter in alleinigem Bundesbesitz bleiben.

Der Bundestag wird vermutlich bis zur Sommerpause eine Resolution zur Teilprivatisierung der Deutschen Bahn beschließen.

Die Bundesregierung verspricht sich nach Angaben von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee aus der Teilprivatisierung einen Erlös von bis zu acht Milliarden Euro. Er soll zu je einem Drittel in die Sanierung der Bahn-Infrastruktur, die Stärkung der Kapitalbasis des Konzerns und den Bundesetat fließen.

Als Zeitpunkt für die Platzierung der Aktie strebt der Bund den November oder Dezember an. Allerdings könnte sich der Prozess nach Tiefensees Worten abhängig von der Marktentwicklung gegebenenfalls auch noch bis in das nächste Jahr hineinziehen.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hatte sich zuversichtlich geäußert, dass der Konzern seine erste Börsennotierung noch im Herbst erhalten wird. Interessenten für die Bahn-Anteil sieht Mehdorn unter privaten wie institutionellen Anlegern. Auch Mitarbeiteraktien soll es geben.

Die Bahn strebt einer Notierung ihrer Aktien im Dax an. Das erfordert Mehdorn zufolge aber ein bestimmtes Handelsvolumen mit Aktien des Unternehmens.

Mehdorn spekulierte bereits über weitere Privatisierungsschritte: „Nothing is forever“, sagte er mit Blick auf Bestrebungen der SPD, den Verkauf weiterer Anteile über die geplanten 24,9 Prozent hinaus zu verhindern. Mit den Gewerkschaften habe der Konzern vereinbart, die Privatisierung des Transportgeschäfts auf höchstens 49,9 Prozent zu beschränken.

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