Bankenaufsicht
Bafin-Chef Sanio für 2005 entlastet

Für Deutschlands oberster Bankenaufseher Jochen Sanio ist die Betrugsaffäre im eigenen Hause fürs erste überstanden: Am Freitag hat der Verwaltungsrat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die wiederholt verschobene Entlastung Sanios für 2005 nachgeholt.

HB BERLIN. Der Chef des Gremiums, Finanzstaatssekretär Thomas Mirow, sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in Berlin am Rande der Sitzung: „Das ist richtig. Er ist entlastet worden.“ Zu Details der Stimmabgabe wollte er sich nicht äußern. Bereits zuvor war aus dem Gremium verlautet, Sanio habe sich persönlich nichts zu Schulden kommen lassen. Der Verwaltungsrat hatte bereits Ende September Sanio das Vertrauen ausgesprochen, die Entlastung aber vertagt.

Sanio und sein Stellvertreter Burkhard Caspari waren unter Druck gekommen, nachdem eine Betrugsaffäre in ihrer Behörde aufgedeckt worden war. Ein ranghoher Bafin-Mitarbeiter hatte mit Scheinrechnungen bei der Vergabe von IT-Aufträgen mehrere Millionen Euro veruntreut. Gutachten von Wirtschaftsprüfern warfem Sanio Versäumnisse beim Umbau der internen Kontrollen vor. Sanio gilt national wie international aber als sehr anerkannter Finanzaufseher. Unterstützung bekam er zuletzt vor allem von privaten Großbanken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%