Bankenkrise: Bund sucht nach Lösung für HRE

Bankenkrise
Bund sucht nach Lösung für HRE

Die Bundesregierung ringt weiter um eine mögliche Verstaatlichung des ums Überleben kämpfenden Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate. Derzeit prüft die Koalition weiter verschiedene Modelle, wie genau ein Einstieg des Staates bei HRE aussehen könnte.

HB BERLIN. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat auch eine Enteignung der HRE-Eigentümer, allen voran US-Großaktionär Flowers, nicht mehr ausgeschlossen. HRE-Chef Axel Wieandt forderte unterdessen einen Einstieg des Bundes. "Die Hypo Real Estate hat nur mit Unterstützung des Bundes eine positive Zukunft", sagte Wieandt der "Süddeutschen Zeitung". Er warnte davor, die HRE fallen zu lassen: Ein Zusammenbruch berge die Gefahr einer Kettenreaktion wie nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman.

Für die Hypo Real sei es derzeit schwer möglich, neue Kredite von privaten Kapitalgebern zu bekommen, sagte Wieandt. "Wenn der Bund einsteigt, wäre dies das Vertrauenssignal, auf das die Märkte warten. Dann sind wieder ganz andere Kredite an uns möglich." In der "Bild"- Zeitung ergänzte er, er sei davon überzeugt, dass seine Bank gerettet werden könne. Das Geschäftsmodell müsse sich aber ändern. So solle der Fokus künftig auf dem Pfandbriefgeschäft liegen. "Der Pfandbrief als besichertes Wertpapier hat sich bewährt, auch in der Krise."

Im Fall eines Einstiegs des Bundes sei der Vorstand der HRE zur Absenkung des Gehalts auf 500 000 Euro bereit, sagte Wieandt der "Bild"-Zeitung. Seinen Mitarbeitern will der HRE-Chef zugleich weiter Boni zahlen. Die HRE müsse "in einigen Bereichen beste Spezialisten beschäftigen - und da müssen wir im Interesse der Bank flexibel sein". Insgesamt müsse sich die Vergütung der Mitarbeiter aber an der wirtschaftlichen Lage der Bank orientieren.

Der frühere DAX-Konzern hat bereits Hilfen des Staates und der Finanzwirtschaft in Höhe von 92 Milliarden Euro erhalten. Mit einer möglichen Verstaatlichung will der Bund auch verhindern, dass ein Investor die HRE mit einem aktuellen Börsenwert von nur noch 318 Millionen Euro übernimmt und Zugriff auf die Steuergelder hätte. Möglich ist, dass der Staat zunächst rund 75 Prozent an der HRE übernimmt und in einem nächsten Schritt die Beteiligung auf über 90 Prozent aufstockt. Damit der Bund die Mehrheit übernehmen kann, müsste auch das Finanzmarkt-Stabilisierungsgesetz für den Banken- Fonds geändert werden. Das begrenzt einen Einstieg des SoFFin auf maximal 33 Prozent.

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