Bankenrettung
Ex-Banker Rehm wird Bankenretter

Nur drei Monate nach seiner Gründung stand der von der Regierung zur Bankenrettung eingerichtete Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) führungslos da: Nun soll der ehemalige Vorstandschef der Norddeutschen Landesbank, Hannes Rehm, den Knochenjob übernehmen.

HB BERLIN. Die Führungsriege des Banken-Rettungsfonds Soffin ist wieder komplett: Der frühere Vorstandschef der Norddeutschen Landesbank (Nord LB), Hannes Rehm, rückt an die Spitze des dreiköpfigen Leitungsausschusses. Wie das Bundesfinanzministerium mitteilte, wird zudem der frühere Präsident des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, Christoph Pleister, in das Gremium berufen. Dies teilte das Bundesfinanzministerium in Berlin am Montag mit.

Den deutschen Banken können mit Rehm auf einen branchenerfahrener Ansprechpartner bauen. Der 65-jährige Rehm war von 2004 bis Dezember 2008 Vorstandschef der Nord/LB. Die Landesbank gilt als einer der Gewinner der Kreditkrise. Seine Arbeit kann sich sehenlassen: Im vergangenen Jahr hat er es wohl als einziger Landesbanker geschafft, mit seiner Bank einen Gewinn auszuweisen.

Der Grundstein für die Probleme des Soffin wurde bereits beim Aufbau des 480 Mrd. Euro schweren Sonderfonds gelegt. Da die Anstalt in Rekordzeit aus dem Boden gestampft werden musste, wurden die Aufgaben der einzelnen Manager und das Verhältnis zur Politik nicht klar genug abgegrenzt. Merl soll sich wegen der andauernden Einmischung aus der Politik von dem Posten zurückgezogen haben. Bis zu seiner Berufung an die Spitze des Soffin war Merl der Chef der Landesbank Hessen-Thüringen, Helaba.

Weiter teilte das Ministerium mit, dass Christoph Pleister als weiteres Mitglied in den Leitungsauschusses berufen wird. Er war von 2000 bis Juli 2008 Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). Im Dezember hatte sich mit Karlheinz Bentele bereits ein erstes Mitglied aus dem Gremium zurückgezogen.

Auch Bentele sollen die ständigen Querelen mit der Politik genervt haben. Der frühere Präsident des rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes überwarf sich aber auch mit Merl. Zu unterschiedlich waren die Meinungen, wie die Bankenrettung aussehen soll.

Noch im Führungsgremium des Soffin ist der ehemalige baden-württembergische Finanzminister Gerhard Stratthaus. Der CDU-Politiker soll sich zuletzt für die Schaffung einer "Bad Bank" ausgesprochen haben, die den Banken ihre "giftigen" Papiere abkauft. Stratthaus teilte aber bereits in der vergangenen Woche mit, er werde nicht Chef des Banken-Rettungsfonds werden.

Der Banken-Rettungsfonds Soffin war vor drei Monaten an den Start gegangen. Ziel dieser einmaligen Hilfsmaßnahme war es, das angeschlagene Finanzsystem zu stabilisieren. Davon ist bislang wenig zu sehen, wie Kritiker bemängeln. Die Bundesregierung prüft daher derzeit Änderungen. Die Behörde untersteht der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesfinanzministeriums. Die Banken-Treuhand wird verwaltet von einem dreiköpfigen Leitungsausschuss, dem nun Rehm vorstehen wird.

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