Barbara Hendricks auf Sommerreise Es wird noch heißer...

Zwei Themen hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks während ihrer Sommerreise besonders im Fokus: das Thema Klimawandel und den Wohnungsbau. Die Hitzebelastung wird auch in Deutschland zunehmen, was also ist zu tun?
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: Bis zur Mitte des Jahrhunderts kann durch den Klimawandel im Süden Ostdeutschlands und im Rheintal die Anzahl der heißen Tage pro Jahr von heute acht bis zwölf auf 15 bis 25 Tage ansteigen. Quelle: dpa
Sommerreise der Bundesumweltministerin

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: Bis zur Mitte des Jahrhunderts kann durch den Klimawandel im Süden Ostdeutschlands und im Rheintal die Anzahl der heißen Tage pro Jahr von heute acht bis zwölf auf 15 bis 25 Tage ansteigen.

(Foto: dpa)

BerlinBarbara Hendricks ist pragmatisch. Warum sollten keine Wasserhähne im Außenbereich angebracht werden können? „Es geht doch gar nicht um Trinkwasser, sondern um Gießwasser“, sagt die Bundesumweltministerin. Gießwasser, um Bäume und Pflanzen von Anwohnern im Berliner Brunnenviertel bewässern zu können. Vertreter der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft „degewo“ beharren dagegen darauf, es drohten Legionellen, Außenzapfanlagen seien deshalb verboten. Für Hendricks unverständlich: Es gebe im Stadtgebiet doch auch Trinkwasserbrunnen. Also warum nicht auch für Gießwasser?

Hendricks pragmatisch, Hendricks vor Ort: die Ministerin befindet sich auf ihrer traditionellen Sommerreise. An diesem Donnerstag und Freitag geht es vor allem um das sperrige Thema Klimawandel und Wohnungsbau. Als die sieben- und achtgeschossigen Wohnblöcke des Berliner Brunnenviertels in den 1970/80er Jahren gebaut wurden, dachte so gut wie niemand an den Klimawandel, an die zunehmende Zahl heißer Tage, wo Schatten eigentlich unabdingbar wäre, Spielplätze aber in der prallen Sonne stehen.

Das haben die Minister erreicht
Walter Wallmann (CDU), Juni 1986 bis April 1987
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Der erste Umweltminister Deutschlands war nur wenige Monate im Amt – er wird danach hessischer Ministerpräsident.

Klaus Töpfer (CDU), April 1987 bis November 1994
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Töpfer übernimmt die Basisarbeit im deutschen Umweltschutz. Der spätere Direktor des UN-Umweltschutzprogramms UNEP macht Druck bei der Umsetzung von EU-Recht, etwa bei der Richtlinie zur Umweltverträglichkeitsprüfung und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, und treibt die Verordnung über die Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen voran. Das ozonschädliche FCKW wird verboten.

Angela Merkel (CDU), November 1994 bis Oktober 1998
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Die spätere Kanzlerin bringt mit dem Kyoto-Protokoll das erste internationale Klimaabkommen mit auf den Weg. Ein Jahr zuvor, 1996, tritt das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz in Kraft. Damit wird der Einstieg in die Kreislaufwirtschaft auf breiter Basis ermöglicht. Vermeidung und Verwertung von Abfall haben Vorrang vor dessen Beseitigung.

Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen), Oktober 1998 bis Oktober 2005
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Der Grünen-Politiker steht für den ersten Atomkonsens und den Durchbruch der erneuerbaren Energien. Das gilt noch heute als Grundlage dafür, dass später die Energiewende überhaupt ausgerufen werden konnte. In der Öffentlichkeit wird Trittin oft mit dem Dosenpfand in Verbindung gebracht, obwohl die Idee schon von seinem Vor-Vorgänger Klaus Töpfer stammte.

Sigmar Gabriel (SPD), November 2005 bis Oktober 2009
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Umweltexperten imponiert, dass Gabriel die Auseinandersetzung mit der Automobilindustrie nicht scheut. Künftig werden die CO2-Emissionen in die Bemessungsgrundlage der Kraftfahrzeugsteuer einbezogen.

Norbert Röttgen (CDU), Oktober 2009 bis Mai 2012
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Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima bewertet die Bundesregierung die Risiken der Kernenergie neu und entscheidet, zügiger als im September 2010 geplant aus der Kernenergie auszusteigen. Spätestens Ende 2022 soll in Deutschland das letzte Atomkraftwerk abgeschaltet werden.

Peter Altmaier (CDU), Mai 2012 bis Dezember 2013
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Als Reaktion auf das Hochwasser im Sommer 2013 beschließen die Umweltminister von Bund und Ländern, eine Nationales Hochwasserschutzprogramm zu erarbeiten.

Das ändert sich seit einiger Zeit, gefördert vom Ministerium, also mit öffentlichem Geld. Unabhängig davon, dass die Erderwärmung ein internationales Problem ist und auch international angegangen werden muss, für Hendricks ist klar: Klimaanpassungsstrategien müssen vor Ort entwickelt werden.

Das Projekt „KiezKlima“ etwa soll das Brunnenviertel in Berlins Mitte, ein sozial eher schwieriges Quartier, fit für den Klimawandel machen. Klimawandel, ein sperriges Wort, mit dem die Bewohner nicht wirklich etwas anfangen können. Aber eigentlich heißt es nichts anderes als die Lebensqualität in den großen Innenhöfen vor allem an heißen Sommertagen wie diesen zu erhöhen, durch Baumpflanzungen, Grünflächen, Fassaden- und Dachbegrünung, Markisen, Wasserspender – das alles wird gerade geprüft.

Schließlich belasten die Hitzewellen zunehmend die Gesundheit der Menschen in den Ballungsgebieten, weil die enge Bebauung zu einem Wärme-Insel-Effekt von bis zu zehn Grad Temperaturunterschied zwischen Stadt und Umland führt.

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