Basistarif für freiwillig gesetzlich Versicherte
Privatkassen auf Kompromisskurs

In die verhärteten Fronten im Streit um die künftige Rolle der privaten Krankenversicherung kommt Bewegung. Der Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV) erklärte am gestrigen Dienstag, die Privatkassen seien bereit, in Zukunft alle freiwillig gesetzlich Krankenversicherten in einen Basistarif zu übernehmen.

BERLIN. Er solle dem Leistungsniveau der gesetzlichen Kassen entsprechen, sagte PKV-Direktor Volker Leienbach im Deutschlandfunk. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums begrüßte „den überraschenden Vorstoß“ der PKV in Richtung Öffnung der privaten Kassen.

Überraschend ist dieser Vorstoß allerdings nicht. Tatsächlich hat der PKV-Verband dieses Modell bereits vor zwei Jahren vorgestellt. Damals war es auf wenig Gegenliebe bei Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) gestoßen. Dass die Resonanz auf den neuerlichen Vorstoß des Verbands dieses Mal positiver ausfällt, hat vor allem mit den Plänen der SPD für die Gesundheitsreform zu tun.

Schmidt will, dass auch Privatversicherte in Zukunft ihr Versicherungsunternehmen leichter wechseln können und die Privatkassen Versicherte mit Gesundheitsrisiken nicht mehr ablehnen dürfen. Genau diese Bedingungen erfüllt der Basistarifvorschlag der PKV, an den Leienbach am Dienstag erinnerte.

Allerdings will Schmidt, dass ein solcher Basistarif nicht nur freiwillig Versicherten mit einem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze angeboten wird, die bereits heute jederzeit in eine private Krankenversicherung wechseln können. Sie möchte, dass die PKV diesen Tarif auch den gesetzlich Pflichtversicherten anbietet. Außerdem sollen nach den Vorstellungen der SPD die privaten Kassen über einen solchen Basistarif in den geplanten Gesundheitsfonds für die gesetzlichen Kassen einbezogen werden. Dies aber lehnt der PKV-Verband bislang vehement ab.

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