Bauindustrie ist besorgt
Baufinanzierer verteidigen Eigenheimzulage

Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen in Deutschland wird einen empfindlichen Dämpfer erhalten, sollte die Eigenheimzulage abgeschafft werden.

agr/ben/fmd/sia BERLIN. Das ist der Tenor einer Umfrage des Handelsblatts unter den Bausparkassen und Baufinanzierern. "Kurzfristig sind gravierende Einbrüche bei der Wohneigentumsnachfrage nicht auszuschließen", sagte der Verbandsdirektor der Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen, Hartwig Hamm, dem Handelsblatt. Für viele Familien sei die Eigenheimzulage ein wichtiger Baustein für die Finanzierung eines Eigenheims.

Derzeit ist aber noch unklar, ob und ab wann Bauherren ihre Eigenheime tatsächlich allein finanzieren müssen. In diesem Jahr subventioniert der Staat den privaten Immobilienerwerb mit gut zehn Mrd. Euro. Eine vierköpfige Familie kann bis zu 22 800 Euro Zuschuss in acht Jahren erhalten. Für einen Teil der interessierten Familien wird sich mit dem voraussichtlichen Wegfall der Eigenheimzulage das Thema Immobilienerwerb erledigt haben, glaubt der Hauptgeschäftsführer des Verbands der privaten Bausparkassen, Andreas Zehnder. Generell habe die Eigenheimzulage dafür gesorgt, dass die Erwerb einer Immobilie um bis zu zwei Jahre vorgezogen wurde.

Auch die genossenschaftlichen Bausparkassen sorgen sich um ihr Geschäft. Gleichwohl sehen die Genossen in dem Wegfall der Zulage auch eine Chance: "Schließlich leistet das Bausparen einen bedeutenden Anteil zur Stärkung des Eigenkapitals der Bauherren. Hier ist eher mit positiven Effekten zu rechnen", sagte ein Sprecher der größten deutschen Bausparkasse, Schwäbisch-Hall.

Die Bauindustrie ist besorgt: "Der Vorzieheffekt ist ausgeschöpft", sagte Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fertigbau, da die Zulage schon lange umstritten sei. Im ersten Halbjahr lag das Auftragsminus bei Ein- und Zweifamilienhäusern bei 30 Prozent.

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