Bayerische Vertretung in Berlin
Wirbel ums stille Örtchen

In Bayern gibt es Wirbel ums stille Örtchen der Freistaat-Politiker in Berlin. Für einen sechsstelligen Betrag soll die weiß-blaue Vertretung an der Spree modernisiert werden, allein für die Toiletten fallen 100 000 Euro an. Zu viel, meinen nun Kritiker.

HB MÜNCHEN. Die Staatskanzlei rechtfertigte am Mittwoch geplante Renovierungen in der bald zehn Jahre alten bayerischen Hauptstadt-Vertretung gegen Kritik. „Da findet mit Sicherheit keine Luxussanierung statt“, sagte ein Sprecher. Für rund 200 000 Euro sollen dort unter anderem die Toiletten saniert, die Beleuchtung modernisiert und die Teppichböden erneuert werden.

Die stillen Örtchen seien in zehn Jahren von über 400 000 Menschen benutzt worden – vom Minister bis zum Handwerker, erklärte der Sprecher. „Die Toiletten sind verbraucht und abgenutzt.“ Die Kosten für ihre Sanierung würden auf knapp 100 000 Euro geschätzt.

Mehrere Münchner Zeitungen hatten über Kritik an den Kosten der Toilettensanierung und am Kauf neuer Büromöbel für Bayerns Ministerin für Bundesangelegenheiten, Emilia Müller (CSU), berichtet.

Kostenpunkt der neuen Einrichtung: rund 23 000 Euro. Es handele sich um die gleiche Einrichtung wie in der Brüsseler Vertretung, sagte der Sprecher. Die knapp zehn Jahre alten Möbel aus Müllers Büro übernehme ein Abteilungsleiter.

Der Kostenplan für die Sanierung wurde nach Angaben des Sprechers vom CSU-dominierten Landtag beschlossen und vom Finanzministerium gebilligt. In der bayerischen Hauptstadt-Vertretung würden häufig wichtige politische Verhandlungen geführt und in Müllers Büro auch Diplomaten empfangen. Man könne die Vertretung „nicht einfach verlottern lassen“. Besonders beliebt sind die feucht-fröhlichen bayerischen Abende in der weiß-blauen Vertretung.

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