Bayern: Kein klarer Sieger bei den Kommunalwahlen

Bayern
Kein klarer Sieger bei den Kommunalwahlen

Es ist ein Wahlabend der Widersprüche. CSU-Chef Seehofer bleibt nach Landtags- und Bundestagswahl ein dritter Triumph in den Kommunen verwehrt. Aber auch für die SPD bringt der Abend gemischte Gefühle.
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München/NürnbergEs gibt viele einzelne Sieger bei den bayerischen Kommunalwahlen. Aber sowohl für die CSU als auch für die SPD bringt der Wahlsonntag ebenso erfreuliche Erfolge wie bittere Niederlagen. Dementsprechend erklärt sich am Abend auch keine Partei zum Sieger. Ein Alarmzeichen für die Politiker: Die bayernweit größte Partei sind die Nichtwähler. Die Wahlbeteiligung sinkt mancherorts unter 40 Prozent - etwa bei der Augsburger OB-Wahl.

Das prestigeträchtigste Duell findet in der heiß umkämpften Landeshauptstadt München statt. Dort war der populäre SPD-Amtsinhaber Christian Ude für die CSU zwei Jahrzehnte lang unbesiegbar, nun durfte er aus Altersgründen nicht mehr antreten. Die CSU gewinnt an Boden und schafft es bei der Oberbürgermeisterwahl erstmals seit 30 Jahren in die Stichwahl, CSU-Kandidat Josef Schmid liegt etwa fünf Prozentpunkte hinter seinem SPD-Konkurrenten Dieter Reiter zurück. „München ist keine rote Hochburg mehr, München ist zu packen“, freut sich CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer.

Ob sich die Hoffnung erfüllt, darf bezweifelt werden. SPD-Mann Reiter geht als klarer Favorit in die Stichwahl. Denn die SPD regiert in München seit fast einem Vierteljahrhundert gemeinsam mit den Grünen, deren OB-Kandidatin Sabine Nallinger 15 Prozent holte. Obwohl das rot-grüne Bündnis von dauernden Reibereien geprägt ist, wollen beide Parteien die Koalition fortsetzen, und die SPD rechnet bei der Stichwahl mit grüner Unterstützung. Die SPD beklagt aber hohe Verluste im Münchner Stadtrat - die Sozialdemokraten liegen nach den ersten Auszählungen nur noch gleichauf mit der CSU.

Doch dafür erleiden die Christsozialen in Nürnberg ein Debakel, wo der bisherige SPD-Oberbürgermeister mit gut 67 Prozent triumphiert. „Es ist ein Erdrutschsieg für Ulrich Maly“, jubelt der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold. Bitter ist das auch für Bayerns Finanzminister Markus Söder, der als Nürnberger CSU-Chef im Wahlkampf nach Kräften half, eine Ministeriumszweigstelle in seiner Heimatstadt eröffnete und Millionen verteilte. Im benachbarten Fürth gewinnt SPD-OB Thomas Jung mit 73 Prozent.

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  • DIe CSU in Bayern ist strukturell ohnehin angeschlagen. Seehofers bejubelte 47 Prozent bei den letzten Landtags-wahlen wären noch vor 10.Jahren als Megadebakel gewertet worden. Gänzlich unterschlagen hat Ihr Artikel das CSU-Debakel bei der Landratswahl Dachau. Dort hat der weithin
    als schwäbischer Fremdimport eingestufte CSU-Landratswahlkandidat Löwl nur 42 Prozent errungen und wird vom SPD-Ler Güll im 2. Wahlkampf wahrscheinlich gänzlich besiegt.

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