2 Bewertungen *****
21.11.2008 
Unterstützung für die Wirtschaft

Bayern spannt eigenen Mittelstandsschirm auf

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will mit einem eigenen Konjunkturpaket die Folgen der Finanzkrise für die heimische Wirtschaft abmildern. Dabei geht es ihm vor allem um Bauprojekte. Aber auch den Mittelstand will der Freistaat unterstützen. Ein Entwurf soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden.

Bayerns Ministerpräsident  Horst Seehofer will die heimische Wirtschaft stärken. Foto: dpaLupe

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer will die heimische Wirtschaft stärken. Foto: dpa

HB TEGERNSEE. „Wir haben gemeinsam beschlossen, die Investitionsmaßnahmen zu beschleunigen und soweit möglich vorzuziehen“, sagten Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) am Freitag nach einer Kabinettsklausur am Tegernsee. Ein Entwurf für den Doppelhaushalt 2009/2010 solle vor Weihnachten beschlossen und bis Ostern endgültig festgezurrt werden. Bereits ab Anfang 2009 sollen dann die vorgezogenen Investitionen - unter anderem in den Straßenbau, den Wohnungs- und Städtebau sowie in Schienenprojekte - zur Verfügung stehen.

Bayern investiert laut Seehofer rund fünf Milliarden Euro pro Jahr. Der Doppelhaushalt soll trotz voraussichtlich klar rückläufiger Steuereinnahmen ohne neue Schulden auskommen. „Die großen Projekte unseres Koalitionsvertrages können wir so wie vereinbart auch realisieren“, sagte Seehofer mit Blick auf Vorhaben in den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Sicherheit und Familien. Der Freistaat will zudem dem Mittelstand finanziell unter die Arme greifen: Kurzfristige Liquiditätsprobleme, etwa bei Autozulieferern, könnten so behoben werden, sagte Zeil. Dafür würden die Mittel durch die Förderbank LfA deutlich aufgestockt - allein um zusätzliche 200 Millionen Euro für Bürgschaften in den Jahren 2009 und 2010.

Ähnliches verlangt Zeil von der staatlichen Förderbank KfW. Das Frankfurter Kreditinstitut müsse unter Beweis stellen, dass es auch in schwierigen Zeiten dem Mittelstand genügend Liquidität zur Verfügung stellen könne. „Dazu brauchen wir ein großangelegtes Programm vor allem von der KfW für zinsverbilligte Darlehen, Bürgschaften und Haftungsfreistellungen.“ Seehofer drängte die Bundesregierung dazu, ihr Investitionsprogramm auszuweiten.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

Blogkommentare zu diesem Artikel

weiterBildergalerien

zurück
  • 140 Tote bei schweren Unruhen in Ch...

    140 Tote bei schweren Unruhen in China

    Bei Ausschreitungen zwischen Sicherheitskräften und Angehörigen der uigurischen Minderheit sind im Nordwesten Chinas nach Behördenangaben mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen und 828 weitere verletzt worden. Hunderte Demonstranten wurden festgenomme...Bildergalerie 

  • Was Obama und Medwedjew trennt

    Was Obama und Medwedjew trennt

    US-Präsident Barack Obama ist zu seinem Antrittsbesuch in Russland eingetroffen. Mit dem russischen Präsidenten Dmitrij Medwedjew möchte er über heikle Themen wie die Bürgerrechte in Russland oder die Nuklearpläne Irans sprechen. Die wichtigsten Streitfragen ...Bildergalerie 

  • Warum die Atomkraft schlechte Karte...

    Warum die Atomkraft schlechte Karten hat

    Über die Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung in Deutschland wird seit langem heftig gestritten. Der erneute Störfall im Kernkraftwerk Krümmel hat die Debatte neu angeheizt. Dabei wurde im Atomkonsens längst der Atomausstieg beschlossen. Worüber gestrit...Bildergalerie 

vor

 

 

Vorhersage Deutschland

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

China, Reich voller Risse  Artikel in Merkliste

06.07.2009, 12:08 Uhr von Andreas Hoffbauer

Bei schweren Ausschreitungen in China sind mindestens 140 Menschen ums Leben gekommen. Jetzt schlägt der Staat zurück. Die Toten von Urumqi sind ein schreckliches Mahnmal. Die grausame Bilanz vom Sonntag belegt erneut, wie fragil in Wirklichkeit die starke Supermacht China im Inneren ist. Kommentar

Handelsblatt-Kommentar

Iran: Gespaltene politische Elite  Artikel in Merkliste

06.07.2009, 17:29 Uhr von Michael Backfisch

Die iranische Führung hat die Proteste auf der Straße niederschlagen können. Doch beenden kann sie sie nicht: Auch in der Geistlichkeit regt sich Widerstand. Kommentar

Handelsblatt Marktplatz

Über 220 000 Seminare zu 120 Themen. Aktuell: Abendseminare mit Spitzen-Trainern. Weiter