Bayern
Stoiber setzt sich im Nachfolge-Streit durch

Bayerns Ministerpräsident Stoiber hat sich im Tauziehen um seine Nachfolge vorerst durchgesetzt. Ein neuer bayerischer Regierungschef soll wie geplant erst nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen in Berlin bestimmt werden.

HB MÜNCHEN. Das teilte ein CSU-Abgeordneter am Rande der Fraktionssitzung in München mit. Bewerber sind weiter der bayerische Innenminister Günther Beckstein und Staatskanzleichef Erwin Huber. Sie wollten sich Mitte November in einer Kampfkandidatur in der Fraktion zur Wahl stellen.

Zur Begründung für den Zeitplan erklärte Edmund Stoiber den Angaben zufolge, man könne nicht den zweiten Schritt vor dem ersten tun und müsse erst abwarten, was in Berlin geschehe. Der CSU-Chef, der als Wirtschaftsminister ins Bundeskabinett wechseln will, hatte am Vormittag mit Beckstein und Huber ein erstes Gespräch über den Zeitplan seiner Nachfolgeregelung geführt. Daran hatte auch der Vorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, Joachim Herrmann teilgenommen.

„Die Fraktion entscheidet“, sagte Huber unmittelbar vor der überraschend einberufenen Sondersitzung der CSU-Landtagsabgeordneten. Auch Beckstein hatte zuvor erklärt, er rechne mit einer Kampfkandidatur gegen Huber.

Ein Teilnehmer der Fraktionssitzung wies Spekulationen zurück, dass bereits eine Vorentscheidung gefallen sei. „Es zieht keiner zurück“, sagte der Sitzungsteilnehmer. Die CSU-Fraktion kündigte für noch für den Nachmittag eine Pressekonferenz an, in der Stoiber und Fraktionschef Herrmann offiziell den Zeitplan für die Wahl des neuen Ministerpräsidenten vorstellen wollten.

Unmittelbar vor dem Treffen Stoibers mit seinen beiden Nachfolgekandidaten waren erstmals offen in der CSU Forderungen nach einem sofortigen Rückzug Stoibers vom Amt des bayerischen Ministerpräsidenten laut geworden. Der Nürnberger CSU-Landtagsabgeordnete Hermann Imhof forderte ihn in einem Interview der „Nürnberger Nachrichten“ auf, schon jetzt als Regierungschef zurückzutreten, selbst wenn er bei einem Scheitern der Berliner Koalitionsverhandlungen ohne jedes Amt dastehen könnte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%