Bayern-Wahlkampf
Kanzler verteidigt Sozialreformen

Bei seinem ersten Wahlkampfauftritt in Bayern hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) die geplanten Reformen der Sozialsysteme verteidigt. „In diesem Jahrzehnt wird entschieden, ob Deutschland an der Spitze der Länder der Welt stehen wird“, sagte Schröder am Mittwochabend in Rosenheim.

HB/dpa ROSENHEIM. Der SPD-Chef wollte mit seiner Rede Stimmung für den SPD- Spitzenkandidaten Franz Maget machen. Die Bayern wählen am 21. September einen neuen Landtag. Rosenheim gilt als traditionelle Hochburg der CSU von Ministerpräsident Edmund Stoiber.

In seiner Wahlkampfrede unterstrich Schröder, die Sozialsysteme seien im Prinzip leistungsfähig. Damit das auch in den kommenden zwanzig Jahren so bleibe, müsse nun aber das „Ruder herumgerissen“ werden. Der Kanzler kritisierte, dass das tatsächliche Rentenalter in Deutschland bei 60 Jahren liege und appellierte an die Unternehmen, „es sich nicht zu leicht zu machen“. Menschen dürften nicht schon mit 55 Jahren zum alten Eisen gerechnet werden.

Der Kanzler verteidigte den Kompromiss der Regierung mit den Unionsparteien zur Gesundheitsreform. Er wies Kritik zurück, wonach Versicherte einseitig belastet würden. „Das ist eine Legende“, sagte Schröder. Ärzte und Pharmaindustrie seien ebenso an der Finanzierung beteiligt. Zwar hätte er selbst sich „eine noch größere Beteiligung dieser Gruppen“ gewünscht. Er stehe aber trotzdem zu dem „ausgewogenen Kompromiss“.

Schröder ging auch auf die Außenpolitik ein. In Afghanistan werde Deutschland künftig auch über die Grenzen der Hauptstadt Kabul hinaus Wiederaufbauhilfe leisten, „um dem afghanischen Volk zu zeigen, dass eine Rückkehr in die Zivilisation möglich ist“. Auch im Irak werde Deutschland den Wiederaufbau mit humanitärer Hilfe unterstützen. Es gebe aber keine Pläne für ein militärisches Engagement.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%