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BayernLB-Debakel: Edmund allein in Kreuth

Stoiber. Wo, bitte, ist Stoiber? Die Frage hängt wie Blei über dem mythenumwobenen Wildbad Kreuth, wo die CSU-Landesgruppe Klausur hält. Nicht nur, weil Bayerns Ex-Ministerpräsident an die Stätte zurückkehrt, wo er vor drei Jahren gestürzt wurde. Heute geht es vor allem um Stoibers Rolle beim Desaster der BayernLB.

Gemeinsame Ankunft mit Verteidigungsminister zu Guttenberg: Edmund Stoiber in Wildbad Kreuth. Quelle: Reuters
Gemeinsame Ankunft mit Verteidigungsminister zu Guttenberg: Edmund Stoiber in Wildbad Kreuth. Quelle: Reuters

WILDBAD KREUTH. Es geht um den Einstieg der BayernLB bei der Kärntner Problembank Hypo Group Alpe Adria (HGAA), den Stoiber mit abgesegnet hat und der zum Milliardengrab für Steuergelder wurde.

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Wo also ist Edmund Stoiber? Muss er sich öffentlich entschuldigen? Gehört er zu denen, an die Schadensersatzansprüche gerichtet werden? Es ist Horst Seehofer, der sich dieser Fragen Donnerstagmittag erwehren muss. "Ich rate jedem, erst einmal das Ergebnis des Untersuchungsausschusses abzuwarten", sagt der CSU-Chef. Aufklärung ohne Rücksicht auf Personen kündigt er an. Dann fügt er hinzu: "Die Sache mit der Bank belastet uns und tangiert unsere Wirtschaftskompetenz." Hinter den Kulissen wird er deutlicher, zitiert aus einer Umfrage, in der 80 bis 90 Prozent der Befragten sagen, die Landesbank-Misere beschädige ihr Vertrauen in die CSU. Auch Theo Waigel, der frühere Bundesfinanzminister, schüttelt den Kopf: "Ich wäre vorsichtig gewesen, wenn es um einen Mann wie Haider geht", sagt er mit Blick auf die Rolle des verstorbenen Kärntner Rechtsaußen-Politikers beim Bankkauf.

Dann kommt Stoiber. Zufällig zur gleichen Zeit wie die Kolonne von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hält sein BMW. Stoiber steigt aus, das graue Haar sitzt so exakt wie der dunkelblaue Anzug, alles wie immer. Federnden Schrittes geht er auf zu Guttenberg zu, der in Rollkragenpulli und Sakko aus dem Wagen steigt. Beide knipsen ein Lächeln an, lassen die Autos hinter sich, laufen auf die Kameras zu. Stoiber legt seine Hand auf zu Guttenbergs Schulter. Der Mann, der die CSU ein Jahrzehnt lang prägte und unter dessen Erbe die Partei jetzt ächzt, sucht die Nähe des jugendlichen Umfrageluftikusses. Beide plaudern, doch nur Stoiber hält Kurs auf die Journalisten, zu Guttenberg trennt sich in letzter Sekunde, geht die Treppe zum Eingang des früheren Kurhotels hoch. Er weiß: Gleich muss Stoiber vor die Presse treten und etwas zur Landesbank sagen. Zur dunklen Vergangenheit. Da will er nicht im Bild sein. Kreuth ist heute nicht der Times Square.

Stoiber lächelt, von sich aus spricht er das Thema an. "Die Entwicklung der Landesbank ist schmerzlich für mich. Der Landtag richtet einen Untersuchungsausschuss ein. Soweit ich meinen Beitrag dazu leisten kann, werde ich dies tun." Dann wendet er sich ab. "Was ist Ihre persönliche Schuld?" ruft ein Fernsehmann. Die Frage verhallt ohne Antwort.

  • 07.01.2010, 22:39 UhrAnonymer Benutzer: WS

    wsa soll das ganze Theater mit dem Untersuchungsausschuss? irgendjemand wird doch damals die Entscheidung für den Kauf getroffen haben?
    traurig, dass die beteiligten nicht genügend Arsch in der Hose haben, sich ihrer Verantwortung zu stellen.
    Das ist aber auch wieder typisch für diesen grosskotzigen, völlig unfähigen, verfilzten und am Ende wahrscheinlich auch korrupten Scheisshaufen CSU, dass die Partei nicht in der Lage ist, die Verantwortlichen vor die Tür zu treiben.
    Die Partei ist mit ihren Methoden und Wertvorstellungen ein absolutes Trauerspiel und ein Auslaufmodell.

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