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03.04.2008 
Finanzkrise belastet Bank mit 4,3 Milliarden Euro

BayernLB verschärft CSU-Krise

von Daniel Goffart und Peter Köhler

Die massiven finanziellen Belastungen der BayernLB setzen auch die bayerische Landesregierung immer stärker unter Druck. Nach der WestLB hat gestern auch die BayernLB einräumen müssen, dass sie ohne eine staatliche Risikoabschirmung den immensen Belastungen nicht mehr Herr wird. Der bayerische Landtag setzte einen Untersuchungsausschuss ein.

Lupe

BERLIN/MÜNCHEN. Der neue Vorstandsvorsitzende, Michael Kemmer, sprach von der „größten Finanzkrise, zumindest seit dem Zweiten Weltkrieg.“ Die Gesamtbelastung aus strukturierten Wertpapieren beläuft sich bei der BayernLB bisher auf 4,3 Mrd. Euro. Insgesamt sitzt das Kreditinstitut auf Papieren über 24 Mrd. Euro, für die es keinen Markt mehr gibt.

Der Freistaat und der bayerische Sparkassenverband, denen die BayernLB je zur Hälfte gehört, werden für die Bank eine Risikoabschirmung über 4,8 Mrd. Euro garantieren.

Nach schwächeren Ergebnissen bei den Kommunalwahlen in Bayern vor einigen Wochen drängen die schlechten Zahlen der Bank CSU-Chef Erwin Huber weiter in die Defensive und verschärfen die innerparteiliche Krise.

Huber ist als bayerischer Finanzminister auch Vizechef des Verwaltungsrates der BayernLB und steht wegen der zögerlichen Bekanntgabe der schlechten Ergebnisse der BayernLB seit Wochen in der Kritik.

Huber gestand gestern Fehler ein: „Es war nicht richtig, mit den Zahlen bis zum 13. Februar zu warten“, so der CSU-Chef. An diesem Tag war erstmals die Milliardenbelastung der BayernLB bekannt geworden. Noch einen Tag zuvor hatte Huber allerdings Berichte über Schäden aus faulen Anleihen als Spekulationen abgetan.

Gestern gestand der seit knapp zwei Monaten im Amt befindliche Bankchef Kemmer, die Bayern LB habe die gleichen Fehler gemacht wie die großen Privatbanken UBS und Deutsche Bank. Die „Brisanz und Dynamik“ der Abwärtsbewegung an den Finanzmärkten habe auch die BayernLB unterschätzt, sagte Kemmer. Wenn sich die Spirale nach unten weiter fortsetze, müsse die öffentliche Hand vielleicht für die gesamte Kreditwirtschaft „etwas mehr tun.“

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Manche „vergifteten Papiere“ haben Laufzeit bis 2019

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