Bayernwahl wirft Schatten voraus
Schily übt harsche Kritik an Beckstein

Die in München aufgedeckten Anschlagspläne von Neonazis haben wenige Tage vor der Wahl in Bayern einen heftigen Streit zwischenn Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und seinem Münchener Kollegen Günther Beckstein (CSU) ausgelöst. Dabei geht es um den SPD-Spitzenkandidaten Franz Maget, der nach Umfragen vielen Wählern unbekannt ist.

HB BERLIN. Schily hatte am Montag erklärt, auch Maget sei im Visier der Rechtsextremisten gewesen. Dem widersprach Beckstein. Nach seinen Erkenntnissen sei Maget kein ernsthaftes Anschlagsziel gewesen, sagte der CSU-Politiker am Dienstag im InfoRadio Berlin-Brandenburg wie schon am Montagabend in der ARD-Tagesschau.

Beckstein, dem ein gutes Verhältnis zu Schily nachgesagt wird, kritisierte den Berliner Minister deutlich: „Dass das jetzt plötzlich in den Mittelpunkt gestellt wird, ist sicherheitsmäßig nicht professionell. Man redet über solche Dinge nicht in der Öffentlichkeit, vor allem nicht auf Wahlkampfveranstaltungen.“ Das erhöhe die Gefährdungen.

Schily wies die Einlassungen Becksteins als „reichlich makaber“ zurück. „Nach den Ermittlungen ist ein Zettel aufgefunden worden, der auf eine Ausspähung von Franz Maget und seiner Familie hindeutet“, ließ Schily in Berlin mitteilen. Er warf Beckstein indirekt parteipolitisches Verhalten vor und kreidete ihm an, den Sachverhalt zu bagatellisieren: „Es ist beschämend, dass Günther Beckstein die Bedrohung von Franz Maget zum Gegenstand einer kleinlichen und peinlichen politischen Auseinandersetzung macht.“

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