BDEW-Strompreisanalyse
Staatliche Abgaben haben sich verzehnfacht

Die staatlichen Abgaben und Lasten auf den Strompreis haben sich seit 1998 verzehnfacht. Der größte Teil geht dabei nach wie vor auf Förderung der erneuerbaren Energien zurück.
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Die staatlichen Steuern und Abgaben, die den Strompreis belasten, haben sich seit 1998 verzehnfacht. Das ist das Ergebnis der jüngsten BDEW-Strompreisanalyse, die dem Handelsblatt vorliegt. Demnach summiert sich die staatlichen Steuern und Abgaben zu Beginn der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998  für alle Stromverbraucher auf 2,28 Milliarden Euro. In diesem Jahr wird sich der Wert der BDEW-Anlayse zufolge auf 23,7 Milliarden Euro erhöht haben.  

Mit 14,1 Milliarden stellt die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien dabei auch in diesem Jahr den größten Einzelposten der staatlichen Steuern und Abgaben dar. Die Steuern und Abgaben machen bereits 45 Prozent der Stromrechnung eines durchschnittlichen privaten Musterhaushaltes mit drei Personen aus. Er zahlt 75 Euro im Monat, davon entfallen nur noch 41 Euro auf Beschaffung, Transport und Vertrieb des Stroms, also die eigentliche Leistung. 34 Euro sind Steuern und Abgaben.

Kommentare zu " BDEW-Strompreisanalyse: Staatliche Abgaben haben sich verzehnfacht"

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  • Schlag auf Schlag. Die nächste Umlage wird auf den Weg gebracht, um die unternehmerischen Risiken, die entweder Offshore- Windkraftinvestoren wie die Energiekonzerne E.ON und RWE oder aber die Netzbetreiber, an welche die Anlagen angeschlossen werden sollen, treffen, über den Strompreis auf die Letztverbraucher (Stromkunden)abzuwälzen:
    http://www.bdew.de/internet.nsf/id/20120524-pi-bdew-legt-erste-branchenloesung-zur-klaerung-der-haftungsrisiken-bei-offshore-anlagen-vo
    Nicht im Gespräch ist eine Abwälzung auf den Steuerzahler.

  • Marb, vielen Dank für die Antwort. Benutzt der Versorger für Vertragsabschlüsse die von Ihnen genannte Preisänderungsklausel (PÄK), so kann es sich bei dieser um eine AGB handeln, selbst bei erstmaliger Verwendung, wenn die Absicht besteht, diese Klausel auch bei anderen Vertragsabschlüssen mit anderen Kunden zu vereinbaren. Da es an dieser Absicht, die Klausel auch bei anderen Vertragsabschlüssen zu verwenden, wohl nicht fehlen wird ("gang und gäbe"), handelt es sich regelmäßig um eine der Inhaltskontrolle unterliegende AGB, auch wenn diese im konkreten Vertrag nicht als AGB bezeichnet wird. Entscheidend erscheint, dass diese Klausel nicht individuell verhandelt und vereinbart wird, sondern vom Versorger eher standardmäßig bei einer Vielzahl von Vertragsabschlüssen verwendet wird bzw. eine (für die Inhaltskontrolle hinreichende) entsprechende Absicht des Versorgers dazu besteht... Einer AGB- rechtlichen Inhaltskontrolle wird eine solche Klausel aus genannten Gründen wohl nicht standhalten.

    Lässt sich ein Versorger hinsichtlich solcher Klauseln entgeltlich anwaltlich beraten, hat er womöglich gegen solchen Rechtsberater einen Schadensersatzanspruch, soweit sich Preisänderungen wegen Unwirksamkeit der empfohlenen Klausel als unwirksam erweisen und der Versorger deshalb einen wirtschaftlichen Nachteil erleidet (etwa aufgrund der Rückzahlungsansprüche der betroffenen Kunden, vgl. BGH VIII ZR 94/11).

    Heute erfährt man, dass sich der BDEW bei der Politik erfolgreich für steigende Umlagen auf den Strompreis einsetzt: http://www.bdew.de/internet.nsf/id/20120524-pi-bundestag-bei-kwk-auf-dem-richtigen-weg-de
    Mit voller Energie setzt sich die Energiewirtschaft wohl für weitere Umlagen auf den Strompreis ein: Marktprämie, Kapazitätsprämie, Offshore- Umlage...

  • Hallo, ich glaube wir reden etwas aneinander vorbei bzw. hab ich es auch nicht klar genug beschrieben.
    Bei Sonderkundenverträge (welche ich meinte) also Individualverträge geht es rein und den Energiepreis und der Rest wird 1 zu 1 druchgegeben. Mit beidseitiger Kündigungsfrist und Vertragsverlängerung bei nicht Kündigung. (RLM Kunden)

    Bei anderen Kunden muss der Lieferant einen Preis inkl. Steuern, Abgaben, Netzentgelte usw. abgeben. Dabei gilt die GVV oder die AGB je nachdem ob GV Kunde oder Normsondervertrag.
    Erhöht der Netzbetreiber nun seine Entgelte oder die EEG steigt – so muss der Lieferant die Preise anpassen obwohl er sie eigentlich stabil lassen oder senken könnte. Genau dies meinte ich, ist nicht „gerecht“, da 99% der Kunden nur ihr Anschreiben aus dem Briefkasten nehmen und sehen – „ah die erhöhen wieder die Preise, ich such mir einen neuen Lieferanten“. Keinen Kunden interessiert, oder achtet darauf, warum die Preise steigen. Deshalb finde ich einen Vertrag rein auf dem Energiepreis basierend „besser“.
    Preisanpassungsklauseln halte ich persönlich für Müll –> einfach eine Laufzeit vereinbaren, Verträge kündigen (egal von welcher Seite) und neue Verträge machen. Das klingt zwar nach Aufwand, ist aber vermutlich günstiger als Gerichtsverhandlungen und Preisanpassungsklauseln welche z. B. von BBH verkauft werden.
    Mit meinem Beitrag wollte ich ursprünglich Ihre Frage beantworten, welche Leistung denn der Vertrieb bringt.
    Grüße Marb

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