BDI-Funktionär und Politiker
Thumann ist „nicht kompromissbereit“

BDI-Chef Jürgen Thumann verteidigt die Absprache mit dem designiertem Hauptgeschäftsführer und CDU-Politiker Röttgen. Die SPD hält sich mit Kritik zurück.

BERLIN. Besonders angenehm ist die Zusammenarbeit mit einer großen Koalition aus Sicht von Interessenverbänden schon grundsätzlich nicht. Große Mehrheiten lassen sich nun einmal schwerer von außen beeinflussen als kleine. Davon können die Gewerkschaften ebenso ein Lied singen wie die Verbände der Wirtschaft.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) aber hat neuerdings ganz eigene Gründe, sich ein rasches Ende der Koalition von Union und SPD zu wünschen: Es wäre wohl die eleganteste Lösung für sein Problem im Zusammenhang mit dem designierten Hauptgeschäftsführer Norbert Röttgen. Denn je früher die Legislaturperiode endet, desto eher könnte der sein Bundestagsmandat aufgeben – ohne dass der Anschein entstünde, er habe auf Druck reagiert.

So klang es durch, als der von zweien seiner Amtsvorgänger per offenem Brief attackierte BDI-Chef Jürgen Thumann am Donnerstag erstmals öffentlich Stellung bezog. Ein Zurückweichen vor der Kritik von Hans-Olaf Henkel und Michael Rogowski an der vorübergehenden Doppelrolle Röttgens als CDU-Politiker und Industrie-Funktionär schloss er dagegen kategorisch aus. Bei aller Konzilianz die ihm ansonsten zu eigen sei und die man ihm bisweilen sogar ankreide: „An einem gewissen Punkt bin auch ich nicht mehr kompromissbereit“, stellte Thumann klar.

Wie schon zuvor in einem Brief an die Mitglieder des BDI-Präsidiums erinnerte er daran, dass die gesamte Verbandsführung Röttgen bei dessen Berufung im Frühjahr einstimmmig zugestanden habe, bis Ende der Legislaturperiode einen Übergang für die CDU-Direktkandidatur in seinem Wahlkreis Rhein-Sieg zu organisieren. Das wäre maximal bis 2009.

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