BDI-Präsident
Keitel kritisiert Flickschusterei bei Energiewende

Für einen „inakzeptablen Zustand“ hält Hans-Peter Keitel die Haltung der Bundesregierung in Sachen Energiewende. Die Regierung weiche zeitnahen Lösungen aus, sagt der BDI-Präsident.
  • 9

BerlinHans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), hat der Bundesregierung Flickschusterei bei der Energiewende vorgeworfen. „Wir vermissen einen zwischen den unterschiedlichen politischen Akteuren verlässlich abgestimmten Kurs“, sagte Keitel dem Handelsblatt.

Die Bundesregierung habe viele Einzelziele verkündet, offenbar ohne anfangs ein konsistentes Gesamtbild vor Augen zu haben. Hinzu seien Ziele auf europäischer Ebene sowie auf Landes- und kommunaler Ebene gekommen. „Diese energiepolitische Flickschusterei läuft einander teilweise zuwider. Sie macht die Energiewende noch komplexer und teurer, als sie ohnehin schon ist“, sagte Keitel.

Der BDI-Präsident forderte ein Frühwarnsystem, mit dem die Energiewende wirtschaftlicher gelingt. „Die Förderung der Erneuerbaren in ihrer jetzigen Form ist viel zu teuer; sie lassen sich nicht mehr sinnvoll ins System integrieren“, sagte Keitel. Die Bundesregierung habe die Fehler erkannt, scheine aber zeitnahen Lösungen auszuweichen. „Das ist ein inakzeptabler Zustand“, sagte Keitel.

 
Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

Kommentare zu " BDI-Präsident: Keitel kritisiert Flickschusterei bei Energiewende"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Neue Politiker braucht das Land

    Der Vorteil eines Salzstocks ist das sich Salz unter Druck plastisch verhält und Risse selbständig schliesst.

    In diesem Sinne schliesst sich auch der Salzstock Asse um etwa 2cm/Jahr. In der Ökopropaganda heisst dies "Asse stürzt ein"

    Da bedarf es keiner Politiker die nachsehen. Vielleicht sollte man auch wenn man im 1 Semester eines sozialwissenschaftlichen Studiums steckt ein wenig nachdenken.

    Vandale

  • Ich stimme Herrn Keitel zu, die Regierung muss schnell den Beschluss fassen, die Entlastung der Industrie bei der EEG-Umlage und den Netzentgelten zurückzunehmen. Nur auf Basis einer gerechten Lastenverteilung lässt sich das Projekt Energiewende realisieren.
    Auch und insbesondere die Deutsche Industrie muss ihren Beitrag zur Energiewende leisten und darf nicht nur vom Ausbau der Erneuerbaren Energien durch die gesunkenen Börsenpreise für Strom profitieren.

  • Man kann von gewählten Volksvertretern kein professionelles Projektmanagement verlangen. Das ist es nämlich was bei der Energiewende oder beim Berliner Flughafen gefordert ist. Was in der privaten Wirtschaft Gang und Gebe ist und wo professionelle und ausgebildete Projektmanager nach den modernen Regeln und Standards der Projektleitung agieren. Die Politiker ignorieren das schlicht und meinen mit durchwurschteln ginge das auch. Das Ergebnis ist eine enorme Zeitverzögerungen und Verdopplung der Kosten zu Lasten der Bürger. Es ist eine Schande, daß wir von solchen Diletanten und Amateuren regiert werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%