BDI-Präsident
Keitel wirft Steinbrück Realitätsferne vor

Peer Steinbrück sieht sich schwerer Kritik der Industrie ausgesetzt. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel findet wenig am SPD-Kanzlerkandidaten. Vermögenssteuer und Bankenregulierung – seine Pläne seien realitätsfern.
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BerlinHans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), hat heftige Kritik an der Steuerpolitik von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück geübt: „Vieles, was er als Kanzlerkandidat verkündet, ist mit der Wirtschaft nicht zu machen, speziell in der Steuerpolitik“, sagte Keitel dem Handelsblatt.

Die Vermögensteuer sei reiner Populismus und schadet nur. Laut Keitel entfallen neun Zehntel der Vermögenssteuer auf das Betriebsvermögen, also auf Arbeitsplätze und Wertschöpfung. „Die Unternehmen wollen mit dem Geld lieber weiter investieren und Leute einstellen“, sagte Keitel.

Der BDI-Präsident bezeichnete auch die Pläne Steinbrücks zur Bankenregulierung als falsch: „Sie sind teilweise längst Realität, andere gehen an der Realität vorbei“, sagte Keitel. Die deutsche Industrie brauche nicht nur einheitliche Kasseninstitute um die Ecke, sondern auch starke Banken, die das internationale Geschäft der Unternehmen bedienen könnten.

 
Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

Kommentare zu " BDI-Präsident: Keitel wirft Steinbrück Realitätsferne vor"

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  • Kritik vom Brandstifter BDI ist eine echte Wahlhilfe für Herrn Steinbrück!

  • An G.N.
    Vielen Dank für ihren hervorragenden Kommentar. Endlich beschreibt jemand richtig die unsägliche Mittäterschaft und Inkompetenz in Finanz- und Volkswitschaftsfragen dieses Möchtegern-Finanzfachmanns, Peer Steinbrück. Seine Inkompetenz in Wirtschaftsfragen wird auch nicht durch ein Volkswirtschaftsstudium besser, von dem man nicht die Abschlußnote kennt, noch weiß, wie seine Diplomarbeit zustande kam. Die vielen überbezahlten Vorträge beweisen nur, dass die Bankenwelt weiß, wie man sich bei jemandem bedankt, der das Signal mit der Rettung der IKB gab, dass die Banken ihre Schulden jederzeit beim Staat abladen können, ohne dafür in Regress genommen zu werden.

  • Fortsetzung---

    Auch bei seiner Bewertung der Regulierung des Finanzmarktes und seiner Investmentbanken, verschleiert Herr Keitel die wahren Hintergründe. Mit „starken Banken“ meint Herr Keitel doch wohl nicht den unregulierten Schattenbankenbereich, der in den Jahren bis zur Finanzkrise und weiterhin Unternehmen hilft, ihre Gewinne im Finanzkasino zu platzieren. Anstatt zu begreifen, dass Unternehmen zurückkehren müssen zu ihrem Kerngeschäft, um ihre Gewinne damit zu erzielen. Nicht im Investmentbanking, das volkswirtschaftlich völlig sinnlos und wertlos ist. Stattdessen versucht Herr Keitel eine ideologische finanzkapitalistische Ära fortschreiben, die es Unternehmen erlaubt, allein schon durch Entlassungen den Aktienkurs hochzutreiben, anstatt ihr Geld als ehrbarer Kaufmann mit seinen Produkten zu verdienen. Der Mann hat gar nichts begriffen.

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