BDI
Rohstoffmangel gefährdet Unternehmen

Rohstoffe sind ein begehrtes Gut und mit dem Aufschwung wird der Kampf wohl noch härter werden. Der BDI schlägt nun Alarm. Der Präsident des Verbands spricht sogar von einer möglichen Gefährdung der Existenz von Unternehmen. Auch Wirtschaftsminister Brüderle warnt und schlägt als Lösung die Erhöhung der Recycling-Quoten vor.
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BERLIN. Die Frage der Rohstoffversorgung bereitet der deutschen Wirtschaft wachsende Probleme. "Die Existenzfähigkeit einiger Unternehmen ist gefährdet", sagte Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), gestern zur Eröffnung des BDI-Rohstoffkongresses. Der BDI-Präsident appellierte an die Politik, den Kampf gegen Exportbeschränkungen in den Herkunftsländern bestimmter Rohstoffe zu verstärken.

Das Thema Rohstoffsicherheit ist in den vergangenen Monaten zunehmend in den Fokus gerückt. Deutschland ist wie andere Industriestaaten bei der Versorgung mit bestimmten Rohstoffen zu hundert Prozent auf Importe angewiesen. Besondere Probleme bereitet Chinas Umgang mit den sogenannten Seltenen Erden. Dabei handelt es sich um metallische Grundstoffe, die für die Herstellung von High-Tech-Produkten - vom Mobiltelefon bis hin zum Lasergerät - unentbehrlich sind. 97 Prozent der Seltenen Erden kommen aus China. Das Land hat seine Exporte zurückgefahren, um den eigenen Bedarf zu sichern. Die Preise für die begehrten Metalle sind spürbar gestiegen.

China und Indien sichern sich überall Vorkommen

Nach Überzeugung von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) markiert die Entwicklung im Bereich der Seltenen Erden nur den Anfang eines Prozesses. Mit dem Aufschwung werde der Kampf um Rohstoffe noch härter. China und Indien seien wieselflink unterwegs und sicherten sich überall Vorkommen an seltenen Bodenschätzen. Der Minister schlug vor, dass die Welthandelsorganisation WTO auf Mindeststandards im Rohstoffhandel achten sollte.

Brüderle kündigte an, die Regierung wolle dem Thema Rohstoff-Recycling eine größere Bedeutung beimessen. "Da können wir noch besser werden", sagte der Minister. Bei der anstehenden Änderung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes werde man dies berücksichtigen.

Von der Industrie erhält er dafür Rückendeckung. Die Versorgung mit Sekundärrohstoffen, also Schrotten, müsse besser werden, sagte Ulrich Grillo, Vorsitzender des BDI-Rohstoff-Ausschusses. Dafür solle vor allem der illegale Abfallexport gestoppt werden, etwa bei alten Autos. "Wir brauchen vielleicht hier und da noch schärfere Regeln, und das muss kontrolliert werden." Die größten heimische Rohstoffquelle überhaupt sei das Recycling. Der BDI-Experte verwies auf Recycling-Quoten in Deutschland von 56 Prozent beim Kupfer, bis zu 80 Prozent bei einigen Metallen und 50 Prozent beim Zink.

Er räumte aber ein, dass bei manchen Sondermetallen noch einiges mehr getan werden könne. "In einem Handy stecken rund 40 wichtige Metalle", erläuterte er. Viele davon würden nicht wiederverwendet. "Da müssen wir unsere Prozesse noch verbessern."

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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