BDI und DIHK
Henkel attackiert geplante Verbändefusion

Der frühere BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel hat die deutsche Industrie vor einer übereilten Fusion ihres Spitzenverbands mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) gewarnt. „Der BDI ist für die Unternehmen der Industrie immer der schlagkräftigste und gleichzeitig preiswerteste Verband gewesen“, sagte Henkel dem Handelsblatt. „Daher wäre er aus meiner Sicht gut beraten, sich vor allem auf eine überzeugende inhaltliche Arbeit zu konzentrieren, anstatt sein Heil in Fusionsgesprächen zu suchen.“

HB BERLIN. Am Dienstag hatten der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Dachverband der Kammern bestätigt, dass sie Gespräche über eine mögliche Fusion beider Organisationen führen.

Henkel, der von 1995 bis 2000 BDI-Präsident war, zeigte Verständnis für die Klage vieler Unternehmen über eine hohe Belastung mit Verbandsbeiträgen. Die Verantwortung dafür wies er jedoch vor allem den Kammern und Arbeitgeberverbänden zu. Denn die Mitgliedschaft dort beruhe, anders als beim BDI, nicht auf Freiwilligkeit. „Wer die Beitragsbelastung senken will, sollte erst einmal da ansetzen, wo Gelder zwangsweise erhoben werden“, betonte er. Erster und wichtigster Schritt auf dem Weg zu einer Neuordnung der Verbändestrukturen sei daher, die Zwangsmitgliedschaft in den Kammern abzuschaffen. „Es würde sich lohnen, wenn der BDI dies auch klar und deutlich nach außen vertritt“, betonte er.

Ähnliches gelte im Hinblick auf die Arbeitgeberverbände, die in Form des Tarifkartells mit den Gewerkschaften eine ganz ähnliche Machtposition hätten wie die Kammern. Über mögliche Vorteile von Verbandsfusionen lasse sich sinnvoller reden, "wenn der Kammerzwang und das Tarifkartell erst einmal geknackt sind", sagte Henkel. Anfang Juli hatte Henkel mit seiner öffentlichen Kritik an der geplanten Berufung des CDU-Politikers Norbert Röttgen zum BDI-Haupgeschäftsführer Aufsehen erregt. In der Folge hatte Röttgen auf das Amt verzichtet.

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