Beamtenapparat
Regierung baut Personal für Energiewende auf

Die Energiewende schafft viele neue Jobs - jetzt auch in den Behörden. Die Bundesregierung schafft 260 neue Stellen. Der Bund der Steuerzahler reagieren erbost.
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Die Bundesregierung sieht den bereits vorhandenen Beamtenapparat mit dem Mammutprojekt Energiewende überfordert. Deshalb baut sie jetzt massiv Personal in den zuständigen Behörden und Ministerien auf. Nach Informationen des Handelsblatts (Freitagausgabe) aus Regierungskreisen werden insgesamt 260 zusätzliche Stellen besetzt. Davon entfallen jeweils 40 Beamte auf die Häuser von Bundwirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU). Der Hauptanteil von 180 neuen Planstellen wird der Bundesnetzagentur zugeschlagen.

In den Ministerien sollen für die Energiewende ganze Einheiten neu aufgebaut werden: „Um die Aufgaben bei der Umsetzung dieses ehrgeizigen historischen Projektes noch besser zu bündeln, sind ab sofort in verschiedenen und insbesondere auch neu einzurichtenden Referaten mehrere Stellen zu besetzen“, heißt es in einer Stellenausschreibung des Wirtschaftsministeriums.

Heftig Kritik kommt vom Bund der Steuerzahler: „Für die Energiewende werden die Bürger in den nächsten Jahren ohnehin kräftig zur Kasse gebeten. Diese Last darf nicht noch durch neue Personalwünsche des Bundes von schätzungsweise 13 Mio. Euro pro Jahr vergrößert werden“, sagte Verbandspräsident Reiner Holznagel dieser Zeitung. „Es ist für mich unverständlich, dass der Bund im Rahmen der Energiewende derartig beim Personal draufsatteln will und dabei fast vollständig auf die Verbeamtung setzt“, sagte Holznagel.

Der Autor ist Ressortleiter Wirtschaft und Politik.
Thomas Sigmund
Handelsblatt / Ressortleiter Politik und Leiter des Hauptstadtbüros

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