0 Bewertungen
17.03.2008 
Debatte über Kurswechsel

Beck lässt Kritik an sich abprallen

SPD-Chef gibt sich gelassen: Demonstrativ hat SPD-Chef Kurt Beck neue Kritik an seinem Kurswechsel gegenüber der Linkspartei am Montag an sich abprallen lassen. Auch in der von Fraktionschef Peter Struck angeheizten Debatte über die Kanzlerkandidatur bemühte sich Beck in Plön in Schleswig-Holstein um Gelassenheit.

SPD-Chef Kurt Beck muss sich immer neue Kritik aus den eigenen Reihen gefallen lassen. Foto: ArchivLupe

SPD-Chef Kurt Beck muss sich immer neue Kritik aus den eigenen Reihen gefallen lassen. Foto: Archiv

HB PLÖN. Struck hatte am Wochenende Außenminister Frank-Walter Steinmeier und auch Finanzminister Peer Steinbrück öffentlich als Kanzlerkandidaten ins Gespräch gebracht. „Peter Struck hat zwei Persönlichkeiten genannt. Beide sind meine Stellvertreter“, sagte Beck. Allein daraus könne man ersehen, dass sie zum Kreis der möglichen Kandidaten gehörten.

Struck hatte in einem Zeitungsinterview zwar versichert, dass Beck den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur im kommenden Jahr habe und „der natürliche Kanzlerkandidat“ sei. Er nannte aber ausdrücklich auch Steinmeier und Steinbrück als geeignete Kanzlerkandidaten. Er wisse, dass Beck „diese Entscheidung davon abhängig machen wird, mit wem die SPD zu diesem Zeitpunkt die größten Chancen hat“, hatte Struck gesagt.

Zu dem am Wochenende bekannt gewordenen kritischen Brief seines Vorgängers Franz Müntefering an die SPD-Spitze sagte Beck, er selbst habe bereits Fehler eingeräumt. „Insofern kann ich Franz Müntefering nicht widersprechen.“

Müntefering hatte in einem internen Strategiepapier, aus dem der „Spiegel“ zitierte, an die SPD-Spitze geschrieben: „Der Fehler ist gemacht.“ Nun müsse der Schaden begrenzt werden, kommentierte Müntefering Becks Schwenk, zunächst Bündnisse mit der Linkspartei auszuschließen und sie dann doch zuzulassen. „Nach diesem Vorlauf kann es keine optimale Lösung geben. Der Zeitpunkt der Debatteneröffnung macht die Sache noch fataler.“

In Anspielung an die Dialogveranstaltung „Nah bei den Menschen“, zu deren Auftakt er in Plön war, sagte Beck: „Ich bin sicher, dass die SPD nah bei ihrem Vorsitzenden und der Vorsitzende nah bei seiner Partei ist.“

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Steinmeiers Freunde und F...

    Steinmeiers Freunde und Feinde

    Frank-Walter Steinmeier führt die SPD bei der Wahl 2009 an. Doch nicht alle führenden Genossen sind ihm wohl gesonnen. Wie jeder Politiker hat auch Steinmeier parteiinterne Gegner und Unterstützer. Seine Freunde und Feinde im Überblick.Bildergalerie 

  • Müntefering ist wieder ga...

    Müntefering ist wieder ganz oben

    Franz Müntefering soll Kurt Beck als SPD-Vorsitzenden ablösen. Damit übernimmt der Sauerländer einen Posten, den er schon einmal hatte – und zwar von März 2004 bis November 2005. Er legte damals das Amt nieder, weil er seinen Wunschkandidaten im Parteivorstand nicht al...Bildergalerie 

  • „Datendieben den Garaus m...

    „Datendieben den Garaus machen“

    Auf einem Gipfeltreffen, das heute in Berlin stattfindet, suchen die Bundesregierung und Verbraucherverbände Wege, den illegalen Handel mit Kundendaten einzudämmen. Unternehmen fürchten das Verbot und warnen vor zu viel Regulierung. Einen Kompromiss zu finden könnte sc...Bildergalerie 

  • McCain begeistert die Rep...

    McCain begeistert die Republikaner

    Hurrikan Gustav und eine Schwangerschaft wirbelten den Parteitag der Republikaner durcheinander. Doch Vizekandidatin Palin begeisterte trotz des Familien-Skandals. Das Parteitreffen rundete dann John McCain mit einer umjubelten Rede ab.Bildergalerie 

 

Handelsblatt Experten + Meinungen

Handelsblatt-Kommentar

Kommentar: Überfällige Konsequenz  Artikel in Merkliste

07.09.2008, 18:09 Uhr von Daniel Goffart

Mit Frank-Walter Steinmeier und Franz Müntefering hat die SPD wieder eine starke Führung. Sie muss aber erst noch zeigen, ob sie die lähmenden Flügelkkämpfe überwinden kann. Kommentar