In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer nannten es 52 der Befragten grundsätzlich gut, wenn die beiden Parteien wie jetzt in Hamburg in einem Bundesland eine Koalition eingehen. Unter den Anhängern der Grünen ist die Zustimmung zu solchen Bündnissen mit 73 Prozent dabei deutlich höher als bei Anhängern von CDU und CSU, von denen 58 Prozent eine solche Regierung befürworteten.
Auf Bundesebene verliert die SPD weiter an Boden, während die Union dem Politbarometer zufolge von einem deutlichen Stimmungsaufschwung profitiert. Die Union könnte demnach mit 40 Prozent rechnen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre.
Das ist ein Plus von einem Punkt, in der politischen Stimmung legt sie gar um vier Punkte zu. Die SPD büßt wie in der vorigen Umfrage einen weiteren Punkt ein und fällt auf nunmehr 27 Prozent. Die Linke bleibt drittstärkste politische Kraft mit unverändert elf Prozent, gefolgt von den Grünen, die wie in der vorigen Umfrage auf neun Prozent kommen. Die FDP verliert einen Punkt auf acht Prozent.
Anders als seine Partei konnte SPD-Chef Kurt Beck seine Werte leicht verbessern. In der Liste der zehn wichtigsten Politiker, in der Bundeskanzlerin Angela Merkel den SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier wieder vom ersten Platz verdrängte, verbesserte sich Beck leicht auf einen Wert von minus 0,3 nach minus 0,5 Anfang April.
SPD-Generalsekretär Hubertus Heil gab sich trotz der erneut schlechteren Umfragewerte gelassen. „Wir müssen jetzt als SPD auf der Strecke erstmal deutlich weiterregieren“, sagte er im ZDF. Das sei das Wichtigste. „Wahlkampf ist nächstes Jahr.“ Für das Politbarometer befragte die Forschungsgruppe Wahlen zwischen dem 15. bis 17. April 1210 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

