„Bedarf vorerst gedeckt“
Wagenknecht erwägt Lanz-Boykott

Markus Lanz steht wegen eines Interviews mit Sahra Wagenknecht unter Beschuss. Im Netz formiert sich massiver Widerstand gegen den ZDF-Moderator. Wagenknecht selbst ergreift nun auch ungewöhnlich deutlich das Wort.
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BerlinEin Interview von ZDF-Moderator Markus Lanz mit der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht sorgt für großen Wirbel. Die Art und Weise, mit der Lanz gemeinsam mit "Stern"-Redakteur Hans-Ulrich Jörges am vergangenen Donnerstag das Gespräch führte, löst im Netzt einen Proteststurm aus. Eine Online-Petition mit inzwischen mehreren Zehntausend Unterschriften macht sich für die Absetzung von Lanz stark. Und auch Wagenknecht denkt über Konsequenzen nach.

Was war geschehen? Lanz nahm Wagenknecht immer wieder in die Mangel und ließ sie nach Ansicht vieler Zuschauer nicht recht zu Wort kommen. „Der im explizitem Falle miserable Stil im Umgang mit Sahra Wagenknecht spiegelt in drastischem Maße wider, dass politische Neutralität für Lanz ein Fremdwort ist“, heißt es in der Petition. Wagenknecht erwägt, künftig Auftritte bei Lanz zu unterlassen. „Vorerst ist mein Bedarf gedeckt“, sagte die Vize-Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag der „Bild“-Zeitung.

Wagenknecht beschreibt in dem Interview den besagten Abend bei Lanz als ziemlich anstrengend.  „Herr Lanz hat Fragen gestellt, wollte aber in der Regel die Antwort gar nicht hören, Herr Jörges hat mich teilweise unsachlich beschimpft“, schilderte sie ihre Eindrücke. „Das ist sicher keine Sternstunde der Streitkultur gewesen.“

Es habe sie geärgert, dass Lanz sie dauernd unterbrochen habe. „Offenbar hat gestört, was ich gesagt habe, weil es das Klischee nicht bedient hat, das von mir gezeichnet werden sollte.“ Aber die Reaktionen der Zuschauer hätten zum Glück gezeigt, dass sehr viele dieses Spiel durchschaut haben. Das räumt selbst das ZDF  ein.

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Lanz: „Jetzt aufzuhören, wäre uncool“

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  • Als ehemaliger "Fan" von Markus Lanz muss ich leider sagen, Das er inzwischen die Schleimspur der politcal corectness eines Herrn Kerner noch übertrifft. Von Interviewstil möchte ich bei Herrn Lanz gar nicht mehr reden. Es ist einfach nur peinlich, wie er - auch noch mit Unterstützung des Schlammjournalisten Jörges - unliebsame Diskussionsbeiträge durch ständiges Unterbrechen zu unterdrücken versucht.
    Ich kann nur alle aufrufen, die peinlichen Auftritte des Herrn Lanz künftig zu vermeiden.

  • Habs mir nun auch angeschaut. Kann es nicht zu Ende gucken, Jörges ist fast genause schlimm wie Lanz, peinlich für einen Redakteur. Bin weit entfernt von links, aber diese platte, simple und agressive Argumentationsstruktur schmerzt.

  • ...manoman was für'n kulturellen Anspruch nennen Sie denn ihr eigen?

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