Bedeutende Flughäfen: Bund und Länder wollen „Tag und Nacht“-Betrieb

Bedeutende Flughäfen
Bund und Länder wollen „Tag und Nacht“-Betrieb

Flughäfen mit „nationaler Bedeutung“ sollen künftig rund um die Uhr betrieben werden. Die Auswahl erfolgt von Bund und Länder gemeinsam. Das Konzept sieht aber mehr Lärmschutz und Mitspracherecht für Bürger vor.
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BerlinBund und Länder haben sich auf Grundzüge für ein nationales Luftverkehrskonzept verständigt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche nachhaltig zu stärken. Die Experten-Kommission unter der Leitung des ehemaligen Verkehrsministers von Hessen, Dieter Posch (FDP), fordert, nationale bedeutsame Flughäfen zu definieren. Zudem soll der Bund eine größere Verantwortung bei der Flughafenplanung übernehmen. Bund und Länder sollen künftig gemeinsam festlegen, „welche Flughäfen von besonderer nationaler Bedeutung für die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland sind“, heißt es in dem Konzept, das dem Handelsblatt vorliegt.

Im Passagierbereich sind dies etwa die Flughäfen Frankfurt und München, sowie im Frachtbereich Leipzig und Köln/Bonn. Diese Airports sollen künftig nicht nur Teil der Infrastrukturplanung des Bundes werden. An den wichtigen Drehkreuzen sollen Flugzeuge darüber hinaus auch „Tag und Nacht Fracht fliegen können“, sagt der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek (SPD).

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Laut Groschek, Mitglied der Bund-Länder-Kommission, gehe es darum, „volkswirtschaftliche Prioritäten“ zu setzen. Für sein Bundesland sei dabei Prämisse, dass „Köln/Bonn für Frachtflüge rund um die Uhr geöffnet bleibt“. Zugleich soll laut Kommission aber auch der Lärmschutz verbessert und die Bürger in die Planung beim Bau und Ausbau von Flughäfen besser einbezogen werden.

Der Kommission gehörten neben Staatssekretären aus den Bundesministerien für Verkehr und Wirtschaft und Vertretern aus den Bundesländern Bayern, Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen unter anderem auch der Chef des Umweltbundesamtes und der neue Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth, an. Die Große Koalition in Berlin hat sich zum Ziel gesetzt, ein „nationales Luftverkehrskonzept“ gemeinsam mit den Ländern umzusetzen.

Dr. Daniel Delhaes
Daniel Delhaes
Handelsblatt / Korrespondent
Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

Kommentare zu " Bedeutende Flughäfen: Bund und Länder wollen „Tag und Nacht“-Betrieb"

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  • das lächerliche und von anungslosen schreibern erwähnte argument "dann ziehen sie nicht in die nähe eines flughafens" ist einfach nur dumm und kindisch. ich wohne ca. 20 km vom frankfurter flughafen entfernt. als ich die wohnung kaufte habe ich mich bei der fraport informiert ob es mit der neuen landebahn in meinem stadtteil lauter wird. dieses wurde mir verneint. die flugzeuge kamen beim landen ca. 1,4km über meiner wohnung vorbei (damit konnte ich leben). nun hatte sich nach öffnung der neuen landebahn die aussage als lüge herausgestellt, und das macht mit traurig und wütend. die flugzeuge kommen nun in gut 700m über meine wohnung und der lärm hat zugenommen. die menschen in dieser hinsicht so anzulügen ist einfach nur erbärmlich. ich kann nun nicht einfach wegziehen, wo sollte ich das geld auch hernehmen. das bei gut 78 db nicht an schlaf zu denken ist kann man sich ja denken. auch das lärmschutzfenster fürs schlafzimmer hat 2500,- gekostet und niemand ersattet mir dort irgendwelche kosten. den lärm konnte ich dadurch um ca. 205 senken, was nicht ideal aber etwas besser als vorher ist. zudem stellt sich im nachhinein immer wieder heraus, das sowohl die fraport als auch die verantwortlichen ämter/politiker und gutachter zahlen geschönt haben, und optimierte flugbewegungen wurden nicht vorgenommen, nach dem motto "warten wir erstmal ab ob sich die menschen beschweren", hauptsache vätternwirtschaft wird weiter betrieben, und auch das ist für unsere gesellschaft beschämend wie skrupelos dort mit den menschen umgegangen wird, da sind die spekulanten an den börsen nicht wirklich schlimmer.

  • @achzischmeter:

    Zitat: Dieses Risiko einer Flugroute über dem Haus hat man einfach, wenn man in die Nähe eines der größten Flughäfen Europas zieht. Wenn man das nicht möchte, sollte man sich gar nicht erst dort niederlassen.


    Was ist für Sie denn die Nähe des Flughafens? Ich wohne Luftlinie 35 km von der Landebahn entfernt. Das kann man nicht wirklich als nah bezeichnen. Außerdem bin ich hier geboren und möchte mich nicht vertreiben lassen. Das ist meine Heimat!

    Ich bin grds. auch nicht gegen den Flughafen an sich. Nur irgendwann ist mal Schluss mit lustig, bzw. das verträgliche Maß erreicht.

    Da geht es auch nicht darum, dass einmal ein Flieger über unseren Ort donnert.

    Ich frage mich nur, warum das so sein muss. Bei Ostwind bekomme ich die volle Dröhnung ab. In rund 1.000 Meter Entfernung zum Boden drehen minutenweise die Flugzeuge über meinem Wohnort ein.

    Muss das in so niedriger Höhe sein? Nein, muss es nicht. Man könnte auch höher und leiser anfliegen, aber - womit wir wieder beim Thema Geld wären - dann könnte Fraport nicht die gewünschte Kapazität erreichen und würde weniger Gewinn einstreichen.

    Überhaupt: Ist Ihnen bekannt, dass in Frankfurt über 50 % der Passagiere nur umsteigen und Fraport mehr 60 % seines Gewinnes aus Vermietungen und Duty-Free-Shops erwirtschaftet? Man hat also ein gesteigertes finanzielles Interesse daran, möglichst viele Passagiere nach Frankfurt zu holen und sie dort ein paar Stunden später wieder umsteigen zu lassen.

  • Der Großteil der "Bevölkerung" wohnt wahrscheinlich nicht im Rhein-Main-Gebiet und können das Lärmaufkommen gar nicht beurteilen.

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