Bedürftige
Lebensmittel-Tafeln: Noch reicht der Überfluss

Als Feierabend-Initiative sozial engagierter Frauen vor 16 Jahren entstanden, sind Deutschlands Tafeln zu einer wichtigen Säule im Sozialstaat geworden. Fast eine Million Menschen holen sich ihre Lebensmittel regelmäßig von den Tafeln. In der Krise wächst die Zahl der Kunden – und auch die Hilfsbereitschaft der Unternehmen.

DUISBURG. Die Federung des alten Ford Transporters quietscht, als ihn Peter Lüdeke rückwärts vor der Lieferrampe des Aldi-Marktes in Duisburg-Großenbaum zum Stehen bringt. Dort stapeln sich schon Kisten voll mit Salat, Radieschen und Brot. Er springt aus dem Auto und macht sich an die Arbeit – mit vorsichtigen, etwas steifen Bewegungen. „Kaputter Rücken“, murmelt der 64-jährige Frührentner, „ich war 30 Jahre auf Montage für eine Maschinenbaufirma.“

Lüdeke bugsiert die nächste Kiste in den Transporter. Langsam wird der Platz knapp. Lüdeke hat an diesem trüben Maitag schon in zehn Läden Spenden eingesammelt. „Der Wagen wird auch heute wieder voll. Das geht schon seit einigen Monaten so.“

Peter Lüdeke arbeitet ehrenamtlich für die Duisburger Tafel. Der Verein sammelt Lebensmittel ein, die sonst weggeworfen würden, und verteilt sie an Bedürftige. Jetzt in der Krise hat Lüdeke mehr zu tun denn je.

Die Tafeln versorgen in ganz Deutschland fast eine Million Menschen kostenlos mit Lebensmitteln. Und die Zahl der bedürftigen Menschen wächst. Doch auch die Hilfsbereitschaft der Unternehmen nimmt zu, der Supermärkte und Bäcker, Großmarkthändler und Bioläden, bei denen Tafel-Helfer wie Lüdeke regelmäßig Lebensmittel holen – und das gleich tonnenweise.

Günter Spikofski sitzt in einem spartanisch eingerichteten Büro in Duisburg-Hochfeld, auf dem Boden Linoleum, seinem Schreibtisch und den Regalen sieht man an, dass sie nur ihren Zweck erfüllen, aber nicht auch noch Gemütlichkeit verbreiten sollen. Spikofski, ist Geschäftsführer der Duisburger Tafel. Gerade hat der 49-Jährige den Telefonhörer aufgelegt: „Das war ein Großhändler, der hat uns zum ersten Mal Lebensmittelspenden angeboten.“

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