Bei der Wahl am 31. August
IG Metall droht Kampfabstimmung

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hat dem designierten IG-Metall-Vorsitzenden Jürgen Peters Intrigen bei der Besetzung der Führungsgremien der Gewerkschaft vorgeworfen und erwägt eine Kampfkandidatur gegen Peters auf dem Gewerkschaftstag in der nächsten Woche.

Reuters BERLIN. Das Peters-Lager wolle weitere Anhänger im Vorstand der IG Metall platzieren und breche damit klare Absprachen der Führungsgremien zur Zusammensetzung des Vorstands, sagte Hück in einem am Wochenende veröffentlichten Interview des Magazins „Der Spiegel“. „Das ist ein schlimmer und bösartiger Affront, der das Personalchaos in unserer Organisation noch verlängern und verschärfen wird.“ Peters mache damit erneut gegen seinen designierten Stellvertreter aus dem Reformerlager, den baden-württembergischen Bezirkschef Berthold Huber, Front.

Hück sagte, er erwäge ernsthaft, auf dem Gewerkschaftstag gegen Peters zu kandidieren. „Wenn ich diese Woche genügend Rückhalt für die Kandidatur bekomme, dann trete ich eben selbst an“, kündigte der Porsche-Betriebsratschef an.

„Das ist mit niemandem in der Bezirksleitung abgesprochen“, sagte Hubers Sprecher Frank Stroh. Es sei aber das „gute Recht“ jedes Gewerkschaftsmitglieds, für Führungsposten zu kandidieren. Der IG-Metall-Bezirk Baden-Württemberg, dem Hück angehört, wird derzeit noch von Huber geführt. Von der IG-Metall-Zentrale in Frankfurt war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Peters will Traditionalisten im Vorstand platzieren

Am 31. August soll die Spitze der IG Metall auf einem vorgezogenen Gewerkschaftstag neu gewählt werden. Die mit 2,6 Millionen Mitgliedern größte Industriegewerkschaft war im Frühsommer nach der Streikniederlage in Ostdeutschland in eine tiefe Führungskrise geraten. Die Kluft zwischen den Reformern um Huber und dem traditionellen Flügel um Peters riss weiter auf. Ende Juli einigten sich die beiden Rivalen auf einen Kompromiss. Peters sicherte Huber zu, nur vier Jahre an der Spitze der IG Metall zu bleiben, um dann den Weg für Huber frei zu machen. Zudem einigte man sich auf die Besetzung des Vorstands.

Hück warf Peters nun vor, dieser wolle mehr Leute aus dem Traditionslager in das Gremium bringen. Diese sollten dann in vier Jahren entgegen allen Vereinbarungen gegen Huber um den Chefposten kandidieren. Peters zeige damit, „dass es ihm nur um die eigene Machtposition geht und nicht um die Interessen seiner Mitglieder“. Nun zeige sich, dass das Führungstandem von Peters und Huber noch vor dem offiziellen Antritt nicht funktioniere.

Hubers Sprecher hob hervor, Peters habe unlängst mehrfach in Delegiertenversammlungen öffentlich bestätigt, dass für ihn der Vorschlag zur Vorstandsbesetzung gelte. In den vergangenen Wochen waren in den Medien jedoch mehrfach neue Namen aus Peters' Umfeld zur Kandidatur für den IG-Metall-Vorstand aufgetaucht.

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