Beitragssatz
Rentenbeitrag könnte um 0,6 Prozentpunkte sinken

Nach einer Vorausberechnung könnte der Rentenbeitrag im nächsten Jahr fallen. Denn die gut gefüllten Rentenkassen geben das her. Auch Rentner würden von der Beitragssenkung profitieren.
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WürzburgIn der Rentenversicherung könnte der Beitragssatz im kommenden Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1993 fallen und damit die Beitragszahler um etwa sechs Milliarden Euro entlasten. Angesichts einer Rekordrücklage von voraussichtlich 31 Milliarden Euro könne der Beitrag auf 18,3 von 18,9 Prozent des Bruttolohns sinken, teilte die Deutsche Rentenversicherung Bund am Dienstag in Würzburg mit.

Ob er aber tatsächlich sinkt, ist fraglich. In den Koalitionsverhandlungen von Union und SPD gibt es Überlegungen, den gesetzlich vorgegebenen Automatismus für eine Beitragssenkung auszuhebeln. Zudem will die Union Mütterrenten aufstocken, was die Rentenkasse mit etwa 6,5 Milliarden Euro zusätzlich belasten und damit den Spielraum für eine Beitragssenkung deutlich einschränken würde.

Infografik

Beitragssätze der allgemeinen Rentenversicherung

in Prozent


Eine Senkung um 0,6 Prozentpunkte würde die Beitragszahler – also Arbeitnehmer und Arbeitgeber – um zusammen etwa sechs Milliarden Euro im Jahr entlasten. Ein Durchschnittsverdiener hätte im Jahr etwa 90 Euro mehr in der Tasche. Der Bund würde nach Berechnungen der Rentenversicherung um fast 1,5 Milliarden Euro entlastet. Auch die Anhebung der Renten würde – mit einem Jahr Verspätung – im Jahr 2015 um knapp 0,8 Prozentpunkte höher ausfallen, weil die Nettolöhne durch niedrigere Beiträge steigen würden.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung, Alexander Gunkel, zeigte sich bei der Vorhersage äußerst zurückhaltend: Es fehlten noch belastbare Zahlen über die für die Rentenanpassung wichtige Lohnentwicklung. Diese Angabe sei erst Ende März zu erwarten.

Derzeit liege der vorläufige Wert der Lohnrate bei plus 2,3 Prozent. Dieser Wert werde aber erfahrungsgemäß noch korrigiert. Er wolle vermeiden, dass die Prognose als „Versprechen“ aufgefasst werde, das sich dann nicht einhalten lasse. Am 1. Juli waren die Renten im Westen um 0,25 Prozent angehoben worden, im Osten um 3,29 Prozent.

Der Beitragssatz war bereits in den vergangenen zwei Jahren in zwei Schritten gesunken, von 19,9 Prozent im Jahr 2011 auf 18,9 Prozent in diesem Jahr. Dennoch erwartet die Rentenversicherung für 2013 einen Überschuss von 1,2 Milliarden Euro, der ihre Rücklagen auf rund 31 Milliarden Euro anwachsen ließe. Das entspräche dem 1,75-Fachen einer Monatsausgabe. Ermöglicht wird dies durch die hohe Zahl von rund 29 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Dadurch stiegen die Beitragseinnahmen stärker als erwartet.

Nach geltendem Recht muss der Beitragssatz gesenkt werden, wenn die Rücklage das 1,5-Fache einer Monatsausgabe übersteigt. Bliebe der Leistungsumfang der Rentenversicherung unverändert, müsste der Beitragsatz nach deren Berechnungen erst 2018 auf dann 18,8 Prozent wieder anhoben werden. Niedriger als 18,3 Prozent war der Beitrag zuletzt 1993. Damals betrug er 17,5 Prozent, um im Jahr darauf auf 19,2 Prozent zu springen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fürchtet jedoch, dass der Beitrag konstant gehalten werden könnte. „Die Sozialpolitiker in Berlin liebäugeln mit der Idee, man könne den Beitragssatz konstant halten, um die überlaufenden Rücklagen zum Beispiel zur Finanzierung einer zusätzlichen Mütterrente, einer abschlagsfreien Frühverrentung oder einer Zuschussrente einzusetzen“, schreibt das IW in einer Mitteilung. „Gelackmeiert wären allerdings die Beitragszahler, denn ihnen würde gleich in beide Taschen gegriffen: Zum einen wird den Arbeitnehmern und Arbeitgebern eine fällige Entlastung vorenthalten.“

dpa 
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  • Alt gegen Jung - Krank gegen Gesundheit - Arbeitnehmer gegen Arbeitslose - Noch Mittelstand gegen Hartz IV Empfänger - Arbeitnehmer gegen Rentner ?!

    Das ist politisch und von einigen Lobby-Gruppen gewollt!
    Genau diese Auseinandersetzung, in der Gesellschaft !

    Wir alle werden älter, bleiben leider auch nicht gesund,können unverschuldet Arbeitslos werden und danach
    wenn man Pech hat, Hartz IV Empfänger oder Prekär beschäftigt. Und dann ? Genau ...!

    Zur Rente :

    Selbst wenn wir heute alle fleißig anfangen würden, Kinder auf die Welt zu setzten und die "gesunde" Alterspyramide wieder herzustellen, dauert es ca. 70-75 Jahre !!!

    Was machen wir in der Zwischenzeit, die Altersarmut einläuten ? Die Lebensqualität weiter runtersetzten ?

    Eine zusätzliche private Rentenversicherung ?
    Siehe die Börsenschwankungen seit 2000 bis heute ! Nein Danke ! Das ist Steuerverschwendung für die LOBBY-RIESTER !!!

    Eine seriöse Renten-Reform ist längst überfällig, die den Namen verdient, keine LOBBY-Rente !

    Auch wichtig, nicht ausspielen lassen zwischen Jung und Alt !

  • Gibt doch kein Gesetz, was dir verbietet, deine 5,83€ dafür zu verwenden. Ich will aber selbst entscheiden, wofür!

  • Tun sie nicht. Die Besserverdienenden zahlen als Selbständige gar nicht ein oder verdienen oberhalb der Bemessungsgrenze.

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