Beleidigung von Rumänen
SPD zeigt zweites Rüttgers-Video

Die abfälligen Worte über rumänische Arbeiter von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sorgen weiter für Wirbel: Am Samstag veröffentlichte die NRW-SPD ein zweites Video im Internet. Es belegt, dass es sich bei den Äußerungen offenbar nicht um einmalige Ausrutscher handelte.

HB DÜSSELDORF. Die SPD veröffentlichte am Samstag im Internet ein Video von einer Rüttgers-Rede am 28. August bei einem Wahlkampfauftritt in Münster, in dem der Regierungschef ähnliche Aussagen wie zwei Tage zuvor in Duisburg machte. Mit Blick auf die Verlagerung der Nokia-Handyproduktion von Bochum nach Rumänien behauptete er, die Arbeiter dort seien unzuverlässig und wenig effektiv.

Die Äußerungen über die Arbeitsmoral der Rumänen seien kein Versehen, sondern "wohl kalkulierter Bestandteil seiner Wahlkampfreden", sagte der Generalsekretär der NRW-SPD, Michael Groschek, laut einer Mitteilung. Bekannt wurde außerdem, dass Rüttgers sich ähnlich bei einer Veranstaltung in Bonn im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel geäußert hatte - "unbeanstandet", wie es in der Landesregierung hieß.

Auch in Münster sagte Rüttgers zur Nokia-Handyproduktion: "Die kriegen die Produktion in Rumänien nicht in den Griff. (...) In Rumänien kommen die Arbeiter nicht wie unsere Arbeitnehmer hier in Nordrhein-Westfalen morgens um sieben Uhr und bleiben solange wie der Betrieb ist. Und wenn's sein muss, machen sie auch noch Überstunden. Die kommen, wann sie wollen und gehen, wann sie wollen und deshalb kriegen sie auch die Handys nicht mehr zusammengebaut."


Quelle: Youtube-Kanal der NRW SPD

Die nordrhein-westfälische CDU kritisierte die Veröffentlichung. "Alles bekannt, alles kalter Kaffee. Jürgen Rüttgers hat sich hinreichend erklärt. Das Thema ist beendet", sagte der Generalsekretär der CDU NRW, Hendrik Wüst, laut einer Mitteilung.

Ähnliche Äußerungen Rüttgers' in Duisburg waren am Freitag bekannt geworden und hatten für Wirbel gesorgt. Daraufhin hatte er sich noch am Abend mit den Worten entschuldigt: "Ich wollte niemanden beleidigen, wenn das doch geschehen ist, tut mir das leid." Er habe sich mit seinen Äußerungen vor die nordrhein-westfälischen Arbeitnehmer gestellt, deren Leistungen weltweit anerkannt seien. Sie hätten durch falsche Entscheidungen von Konzernzentralen ihren Arbeitsplatz verloren.

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