Benzinpreise

Deutsche fordern Steuerentlastung

Unter der Last des Benzinpreishochs blicken die Deutschen neidisch nach Frankreich: Paris will vorübergehend die Steuern auf Kraftstoffe senken. Doch die deutsche Regierungskoalition will dieses Spiel nicht spielen.
Update: 26.08.2012 - 11:29 Uhr 46 Kommentare
Ein Tankstellenmitarbeiter ändert die Preise an einer Anzeigentafel. Quelle: dpa

Ein Tankstellenmitarbeiter ändert die Preise an einer Anzeigentafel.

(Foto: dpa)

BerlinUm die hohen Spritpreise zu drücken, will Frankreich die Steuer auf Kraftstoffe vorübergehend senken - auch in Deutschland ist eine große Mehrheit für einen solchen Schritt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Emnid im Auftrag der „Bild am Sonntag“. Demnach sind 78 Prozent der Befragten für eine zumindest vorübergehende Senkung der Steuern, lediglich 16 Prozent sprachen sich dagegen aus

Politiker der Regierungskoalition erteilten einer solchen Steuersenkung nach französischem Vorbild allerdings eine Absage. FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte dem Blatt: „Was Präsident (François) Hollande da treibt, ist linker Sozialpopulismus. Die Steuersenkung hilft nicht den Autofahrern, sondern erhöht am Ende die Gewinne der Mineralölunternehmen.“

Hollandes Regierung hatte am Mittwoch angekündigt, die Steuern auf Benzin und Diesel vorläufig leicht senken wollen.

Auch CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt lehnt das französische Modell ab: „Das würde in der jetzigen Situation sofort von den Mineralölkonzernen eingepreist, und die Spritpreise würden nicht dauerhaft sinken.“

Der Mineralölwirtschaftsverband wies die Kritik entschieden zurück. Hauptgeschäftsführer Klaus Picard sagte der Zeitung: „Die Argumentation der Politik ist sehr durchsichtig, denn in Wahrheit wollen diese Politiker nur von einer drohenden Auseinandersetzung über das Hochsteuerniveau von über 90 Cent je Liter Benzin ablenken.“

Der Sprit, der täglich getankt wird, wird mit Energiesteuer und Umsatzsteuer belastet. Wenn beispielsweise der Liter Benzin rund 1,70 Euro kostet, dann entfallen davon 0,65 Euro auf die Energiesteuer und 0,27 Euro auf Umsatzsteuer. De facto beträgt die Steuerbelastung dann 0,92 Euro. Der Staat behält also 54,2 Prozent des Literpreises ein.

  • dpa
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46 Kommentare zu "Benzinpreise: Deutsche fordern Senkung der Spritsteuern"

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  • Mein lieber Benjamin, wenn Sie die von Ihnen verlinkte Seite bei 3Sat selber gelesen hätten, hätten Sie gefunden, dass die Untersuchungen des angeblichen abiotischen Öls gegen die abiotische Entstehung sprechen. Kein exakter 100 Prozent Beweis, aber auf die dünne Wahrscheinlichkeit, dass Öl in rauhen Mengen einfach so im Erdmantel entsteht und dass wir dann auch noch einen günstigen Zugang dazu finden, zu setzen, ist mindestens ebenso gewagt wie drauf zu setzen, dass ich am nächsten Wochenende einen Lottosechser haben werde.

  • So wie viele Radfahrer sich im Straßenverkehr verhalten benötigen sie keine Autofahrer um in Gefahr zu sein. Das schaffen sie ganz alleine. Ganz zu schweigen davon dass Sie mit dieser egoistischen Meinung anscheinend immer schon einen Arbeitplatz in unmittelbarer Nähe hatten oder permanenter Sozialhilfe Empfänger sind. Sie vergessen wohl die Personen die keine andre Möglichkeit haben als mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, sie vergessen wohl das alle möglichen Dinge die sie in Geschäften kaufen mit dem LKW dahin transportiert werden müssen.

  • Das wir in Deutschland sehr hohe Steuern haben ist ja nichts neues, das die gesenkt werden sollten finde ich auch aber erst nachdem den Mineralölkonzernen soziale Verantwortung beigebracht wurde. Ich glaube dass wenn die Steuern gesengt würden wir das nur für kurze Zeit merken werden. Danach würden sich die Mineralölkonzerne das Geld einstreichen.
    Fakt ist das die Ölkonzerne untereinander sich zwar beobachten aber keinen wirklich Wettbewerb führen. Vorschläge wie eine Woche mal nicht tanken oder ähnlich sind in der Regel für die meisten unrealistisch weil nicht durchführbar.
    Gebt in Google mal „ Benzin-Preiskampf „ ein. Das ist wirklich mal eine für ALLE durchführbare Aktion die auch was bringen könnte.

  • Das soll die Lösung sein?

    Öl wird knapp, der Preis wird steigen. Wir brauchen langfristige Lösungen.
    Ist Öl alle, ist der Preis (mathematisch) unendlich hoch, auch ohne jegliche Steuer.
    Und: Ist der Preis für Öl hoch/höher, ist der Markt offen für Substitute.

  • Die Spritsteuern müssen massiv erhöht werden. Individualverkehr in Städten muss verboten werden. Als Radfahrer und überzeugter Nicht-Auto-Fahrer widern mich Autofahrer an. Jeder Autofahrer ist eine potenzielle Gefahr für Radfahrer, Fußgänger und Tiere.

  • Aber die Grüne sagen doch immer, dass der Spritpreis zu billig sei und viel höher besteuert werden sollte.

  • In Deutschland steigt z. Zt. der Dieselpreis von Woche zu Woche, in den Niederlanden ist er in der letzten Woche um 2 ct. gesunken, und das bei derselben weich werdenden Währung und demselben Spotmarkt in Rotterdam ...

  • Ja, und? Was wollen Sie jetzt damit sagen? Klar wird alles teurer. Aber viele sind auf ihre Autos angewiesen. Müssen Sie nicht mit dem Auto zur Arbeit, weil der Weg zu weit ist oder zu kompliziert? Dann gehören Sie zu den wenigen Glücklichen in diesem Land. Und die wären froh, wenn die Kosten nicht exorbitant steigen. Ob die Fliegerei teurer wird, ist mir egal. Mag sein, daß sich das Thema eh bald erledigt, weil die Leute ihr Geld einfach zum Leben brauchen.

  • Bei dem 3 Liter Auto,welches in Wirklichkeit doch 3,5 oder mehr verbraucht,da dürfen Sie aber bitte noch die unverschämten Werkstattaufenthalte,die Elektronik UND das schnelle Ende bei 100.000km Gesamtfahrleistung mit einbeziehen...
    Nach ein paar Jahren oder 60.000km wird so ein Gefährt zu einem gefählichen Groschengrab..
    Gruss vom EX-smartfahrer,KFZ-Mechaniker...
    Jeder Amischlitten war auf Jahre gerechnet billiger im Unterhalt...

  • Ich kann die ganze Diskussion zu den Spritpreisen nicht mehr hören. Bei 1200 km Fahrleistung im Monat und einem Verbrauch von 10 l auf 100 km errechnet sich bei einer Spritverteuerung um 25 Cent eine Verteuerung um 30 Euro monatlich. So ärgerlich das ja auch ist, aber wer damit nicht klar kommt hat mit seinem Auto bereits im Vorfeld seine finanziellen Möglichkeiten überschätzt. Was machen diese Leute, wenn mal eine grössere Reparatur anfällt? (Oma fragen?) Also, wem´s zuviel ist der hat doch Alternativen.
    Ein paar Wege zu Fuss oder mit dem Rad der mit ÖNV.
    Was machen diese Leute wenn das Glas Bier 10 Cents teurer wird? Vermutlich ertränken sie den Frust darüber indem sie noch ein Glas mehr bestellen als üblich. Und auf Malle?, da werden die Euros für Sangria etc. nur so rausgehauen das die Schwarte kracht. Wenn dann auf dem Weg vom Flughafen in den Heimatort getankt werden muß wird gejammert dass die Tankfüllung 5 Euro mehr kostet.
    Leute ihr langweilt.

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