BER-Debakel „Entweder das Ding fliegt oder ich fliege“

Brandenburgs Regierungschef stellt heute die Vertrauensfrage im Landtag. Grund: das Debakel um den Hauptstadtflughafen. Matthias Platzeck kann mit einer Mehrheit rechnen. Seine Zukunft hängt vom Erfolg des Projekts ab.
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Matthias Platzeck soll Chefkontrolleur der Flughafengesellschaft werden. Quelle: dpa

Matthias Platzeck soll Chefkontrolleur der Flughafengesellschaft werden.

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PotsdamHeute entscheidet der brandenburgische Landtag über das Schicksal von Ministerpräsident Matthias Platzeck. Wegen des Debakels um den Bau des Hauptstadtflughafens will der Regierungschef um 11 Uhr die Vertrauensfrage stellen. Am Mittwoch will Platzeck schließlich von Klaus Wowereit den Vorsitz im Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft übernehmen. Der Bund, Berlin und Brandenburg sind Teilhaber der Betreibergesellschaft.

Die Äußerungen der vergangenen Tage lassen darauf schließen, dass Platzeck auch heute Abend noch brandenburgischer Ministerpräsident ist. Die rot-rote Koalition, die 55 der insgesamt 88 Abgeordneten stellt, will an ihm festhalten. Es ist das erste Mal in der Geschichte Brandenburgs, dass ein Regierungschef die Vertrauensfrage stellt.

Wegen Baumängeln war der Eröffnungstermin für den Airport in Schönefeld vor kurzem ein viertes Mal verschoben worden und ist jetzt wieder völlig unklar. Den Zustand auf der Baustelle hat Platzeck am Sonntagabend in der Sendung von „Günther Jauch“ als schockierend bezeichnet. „Es ist dramatisch. Es ist ein Desaster“, sagte Platzeck. Der SPD-Politiker rechnet daher mit massiven Umbauten. „Wir müssen wahrscheinlich nicht abreißen, aber umbauen. Das wird an manchen Stellen nötig sein“, sagte Platzeck.

Der SPD-Politiker bekräftigte seine Ankündigung, beim Scheitern des Flughafenbaus zurückzutreten. „Entweder das Ding fliegt oder ich fliege“, sagte er. Auf einen Eröffnungstermin für den Flughafen wollte er sich wie zuvor Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nicht festlegen. Ramsauer hatte am Wochenende aber bezweifelt, dass der Flughafen wegen der zahlreichen baulichen Veränderungen im kommenden Jahr an den Start gehen kann.

Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (SPD), bislang noch Chefkontrolleur der Flughafengesellschaft, hatte am Samstag einen Misstrauensantrag der Opposition überstanden. Erwartungsgemäß scheiterte der Antrag der Opposition im Abgeordnetenhaus klar an der Mehrheit der rot-schwarzen Koalition. Als Nachfolger auf dem Aufsichtsratsvorsitz ist Platzeck umstritten, weil er schon bisher Vizevorsitzender war und von vielen für die Probleme mit verantwortlich gemacht wird. Einem „Focus“-Bericht zufolge soll er den Aufsichtsrat nur vorübergehend führen, bis ein erfahrener Experte gefunden ist. Brandenburgs Regierungssprecher wies diese Darstellung aber als „aus der Luft gegriffen“ zurück.

Politik hat in Aufsichtsräten nichts verloren

  • dpa
  • rtr
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13 Kommentare zu "BER-Debakel: „Entweder das Ding fliegt oder ich fliege“"

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  • egal was passiert
    auf hartz 4 werden die obrigkeiten nicht gesetzt
    schade eigentlich
    ich würde es ihnen allen gönnen


  • Herr Platzeck ist mir der Aufgabe völlig überfordert, ihm guckt doch die völlige Ahnungslosigkeit schon aus den Augen.

  • Wie ich schon schrieb: Umbauen ist planungsrechtlich nicht so einfach, ggf. muß das Planfeststellungsverfahren wiederholt werden. Dann kämen auch die An- und Abflugrouten wieder aufs Tablett.

  • ...und wer zahlt das:
    "Der SPD-Politiker rechnet daher mit massiven Umbauten. „Wir müssen wahrscheinlich nicht abreißen, aber umbauen. Das wird an manchen Stellen nötig sein“, sagte Platzeck.
    Unglaublich, was hat der Aufsichtsrat in den letzten Jahren gemacht. Ausser nur 300 Änderungswünsche in den Projektplan einfliessen zu lassen wie jetzt auch schon rausgekommen ist. das konnte dann ja nichts werden. Ich selber bin auch Projektleiter und kann sagen, das bei 300 Änderungswünschen die sichelich nicht nur Kleinigkeiten beinhaltet haben, ein verzug auf jeden Fall passieren musste. Als Projektleiter sollte man solche Änderungen entweder komplett abblocken oder wenn wirklich notwendig immer als Risiko mit in die zeitplanung miteinbrechnen und die Projektroadmap updaten. Das muss dann auch mit Projektvorsitz abgesprchen werden. Somit kann ein Wowi nicht sagen er hätte davon nichts gewusst, denn ich kann mir nicht vorstellen das der BER Projektleiter dies verheimlicht jhat, warum sollte er......

  • Eine Frage ist noch offen... Welches Gehalt kassiert der Aufsichtsrat für sein Nichtstun?

  • Und was ist mit den Folgekosten der fehlgeschlagenen Irrsinnsprojekte? Die Bauunternehmer verdienen sich immer noch eine goldene Nase auf Staatskosten! Hat Platzeck da vielleicht Aktien drinnen?

    Wieso können die Parteifunktionäre ihre Milliarden-Sumpflöcher immer mit einem "Sorry" begraben?

    Könnten sich die Printmedien nicht endlich mal dafür einsetzen, daß die Parteien aus ihrer Kasse blechen, wenn Größenwahn und Mißwirtschaft nachgewisen sind und Steuergelder verbrennen? Und dann will Steinbrück das Kanzlergehalt verdoppelt sehen????

    Die Aufträge dafür werden ja grundsätzlich nie von den Bürgern gutgeheißen, sondern abgekartet in abgedunkelten Büros! Die stecken doch alle unter einer Decke!

    Auf der einen Seite wollen die Wirtschaftsblätter immer so schlau sein, auf der anderen sind sie saft- und kraftlos bei solchen Verschwendungsorgien!

  • Politiker gehören nicht an die Spitze von derartigen Grossprojekten. Berlin mag "arm aber sexy" sein, Wowereit und Platzeck sind darüber hinaus aber auch offensichtlich noch unfähig und dämlich!

  • „Entweder das Ding fliegt oder ich fliege“
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    Oh yeah, fly Platzek fly! And never come back, please!

  • Habe die Jauch-Sendung gestern gesehen. Angeblich gibt nach Herrn Platzeck Aussage nur 2 Möglichkeiten. Entweder der FLughafen geht in Betrieb oder er gibt seinen Posten ab

    Meine Ansicht nach gibt es einen noch viel notwendigere Möglichkeit, die auch auf andere politische Bereich ausgedehnt werden MUSS: Die finanzielle Haftung/Schadenersatz, der dem Steuerzahler aus rein politisch-ideologischen Gründen aufgelastet wird durch den fehlenden Sachverstand der Politiker, die sich durch solche Projekte immer in den Vordergrund zu drängen und ihr Ego befriedigen.

    Arbeitsplätze braucht das Land und zwar hochqualifizierte. Daran sollten Platzeck und Wowereit und alle anderen arbeiten, und nicht an ihrer Selbstinszenierung.

  • Der geht eh bald in Rente.

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