BER-Debakel: Ramsauer will schonungslose Aufklärung

BER-Debakel
Ramsauer will schonungslose Aufklärung

Der Bundesverkehrsminister möchte die Pannenserie des Hauptstadtflughafens lückenlos aufklären – egal, wen es am Ende trifft. Die Berliner CDU plant derweil schon Flüge nach Schönefeld zu verlagern.
  • 14

BerlinBundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat eine lückenlose Aufklärung des Debakels um den Bau des Berliner Großflughafens BER zugesagt. Es müsse "sauber aufgearbeitet" werden, wer "für welche Schlamperei haften muss", sagte Ramsauer dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Hier darf es keine Vertuschung geben." Falls Haftungsansprüche festgestellt würden, werde niemand geschont. Auf die Frage, ob dies auch für die Politiker und Staatssekretäre in den Aufsichtsräten gelte, antwortete Ramsauer: "Aufsichtsratsmitglieder haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten."

Der CSU-Politiker zeigte sich überzeugt, dass sich der Flughafen trotz der Bauverzögerungen langfristig gut entwickeln wird. "Es ist doch nicht nur Murks gebaut worden da draußen. In zehn Jahren, wenn dieser Flughafen mal eine Zeit gut gelaufen ist, wird das ein absolut positives Projekt." Der Hauptstadtflughafen BER werde "eine Visitenkarte für unser Land" sein.

Ramsauer sprach sich dafür aus, die Verzögerung dazu zu nutzen, den Flughafen schneller zu erweitern als bisher geplant. Bereits jetzt und nicht erst wie bisher geplant bei laufendem Verkehr sollte die alte Nordbahn von Berlin-Schönefeld saniert werden, sagte der Minister. Dies spare Geld. Zudem könne der Flughafen dann beim nächsten Eröffnungstermin gleich von Anfang an mit größerer Flugkapazität und zwei hochmodernen Rollbahnen durchstarten. Auf einen neuen Eröffnungstermin wollte sich Ramsauer erneut nicht festlegen.

Die Berliner CDU möchte derweil Dutzende Flüge von Tegel zum bisherigen Airport in Schönefeld verlagern. Es sei wichtig, die Anwohner des Flughafens Tegel zu entlasten, erklärte CDU-Generalsekretär Kai Wegner am Samstag in Berlin. Der Landesvorstand der Christdemokraten hatte zuvor ein Papier zur Zukunft des Berliner Luftverkehrs beschlossen. Danach soll es Anreize für die Airlines geben, Flüge in Schönefeld statt in Tegel starten und landen zu lassen. „Mehr als 300 Flugbewegungen in Tegel gegenüber weniger als 100 Bewegungen in Schönefeld stellen keine befriedigende Situation dar“, heißt es in dem CDU-Beschluss.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " BER-Debakel: Ramsauer will schonungslose Aufklärung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Eine gute Idee. Vor allem würde mich zuerst die Rolle des Bundesverkehrsminister in dem Debakel interessieren, und warum er nicht eingegriffen hat, als sich die Katastrophe abzeichnete.

  • Hier in Hessen haben wir so unsere Erfahrungen mit den schonungslosen Aufklärern aus dieser Fraktion.

  • Er will schonungslos aufklären !! Wenn das geschehen würde, müssten alle Aufsichträte gehen, die entsprechenden Politiker bis hin zum Bundestag zurücktreten. Dies betrifft dann auch Ramsauer. Will er dass ?????

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%