Berechnungen der Arbeitgeber
Mindestlohn verbilligt Bau-Tarifabschluss

Der jüngste Tarifkompromiss für die insgesamt 680 000 Beschäftigten der Baubranche wird für die Arbeitgeber unter dem Strich günstiger als bisher gedacht.

DÜSSELDORF. Das ergibt sich aus Berechnungen der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Baugewerbe-Zentralverbands ZDB, die dem Handelsblatt (Donnerstagsausgabe) vorliegen. Danach müssen sich die Baufirmen im Durchschnitt nur auf eine zusätzliche Kostenbelastung von knapp über zwei Prozent einstellen, obwohl sich das Tarifergebnis nominal auf 3,5 Prozent addiert.

Dies erklärt sich dadurch, dass sich die am Wochenende vereinbarte Tariferhöhung nicht auf den Mindestlohn am Bau bezieht. Dieser gilt aber für etwa jeden vierten Bauarbeiter. Die Bau-Mindestlöhne sind in einem eigenen Tarifvertrag geregelt, der schon 2005 abgeschlossen wurde und noch bis August 2008 gilt. Für 2007 sieht er im Durchschnitt Tarifsteigerungen von weniger als einem Prozent vor.

Nach dem nominal unerwartet hohen Bau-Tarifkompromiss hatte es Forderungen an Arbeitgeber anderer Branchen gegeben, nun ihrerseits stärkere Lohnerhöhungen anzubieten. Solche Forderungen seien damit nun völlig obsolet, betonte BDA-Hauptgeschäftsführer Reinhard Göhner. „Es gibt keinen Einheitszug in der Tarifpolitik“, sagte Göhner dem Handelsblatt. „Ein Tarifabschluss, der im Mittel eine Kostenbelastung von zwei Prozent bedeutet, ist aber schon gar kein Signal in diesem Sinne.“

Vor diesem Hintergrund sei der am Wochenende erzielte Tarifkompromiss für die übrigen Baubeschäftigten „gut vertretbar“, sagte Göhner. Mit dieser neuen Sichtweise der Arbeitgeber könnte zudem die Chance steigen, dass auch die mittelständischen Baufirmen den Kompromiss vom Wochenende mittragen. Bisher handelt es sich nur um ein Verhandlungsergebnis, das bis 4. Mai noch von den Tarifparteien bestätigt werden muss. Speziell im mittelständisch geprägten ZDB gibt es deutliche Vorbehalte gegen das aus Sicht etlicher Firmen zu hohe Lohnplus von 3,5 Prozent.

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