Bereits 67 Prozent der Wahlberechtigten besuchten die Wahllokale
Weiter hohe Wahlbeteiligung in Dresden

Bei der Nachwahl zum Bundestag im Dresdner Wahlkreis 160 zeichnet sich trotz des regnerischen Wetters weiterhin eine hohe Beteiligung ab. Zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale hatten 67,5 Prozent der Berechtigen ihre Stimme abgegeben, teilte die Stadt am Sonntagnachmittag mit.

HB DRESDEN. Darin enthalten waren 20,8 Prozent Briefwähler. Ähnlich hoch war vor 14 Tagen die Beteiligung im zweiten Dresdner Wahlkreis zu dieser Zeit. Die 199 Wahllokale sind noch bis 18 Uhrgeöffnet. Mit dem Ergebnis der Nachwahl wird nicht vor 22 Uhr gerechnet.

Zwei Wochen nach dem regulären Wahltermin 18. September sind rund 219 000 Wahlberechtigte in Sachsens Landeshauptstadt zu der Entscheidung aufgerufen, ob sich das Kräfteverhältnis von Union und SPD im Bundestag noch einmal leicht verschiebt. Entscheidende Veränderungen durch die Nachwahl sind jedoch ausgeschlossen. Das Abschneiden der großen Parteien in Dresden könnte allerdings atmosphärische Auswirkungen auf die Verhandlungen über eine große Koalition auf Bundesebene haben.

Die Nachwahl in einem Teil Dresdens war notwendig geworden, weil kurz vor dem regulären Termin im Wahlkreis 160 eine Direktkandidatin gestorben war und ein neuer Bewerber nominiert werden musste. Es wird erwartet, dass wie vor drei Jahren die Kandidaten von CDU und SPD das Rennen um das Direktmandat unter sich ausmachen. Letzte Umfragen sahen den CDU-Bewerber Andreas Lämmel knapp vor SPD-Bewerberin Marlies Volkmer. Ähnlich sah es bei den Zweitstimmen aus.

Der Ausgang der Nachwahl kann die Verteilung der Mandate im Bundestag noch geringfügig verändern, aber keine neuen Mehrheiten schaffen. Angesichts des Streits von Union und SPD über den Regierungsauftrag messen die Parteien dem Ergebnis aber psychologische Wirkung bei. Beide Spitzenkandidaten, Bundeskanzler Gerhard Schröder und CDU-Chefin Angela Merkel, waren daher zum Wahlkampfabschluss am Freitag in Dresden aufgetreten und hatten ihren Führungsanspruch betont.

Auf Grund des komplizierten Wahlrechts könnte die Abstimmung paradoxe Auswirkungen auf das Gesamtergebnis haben. So könnte die CDU ein Überhangmandat verlieren, wenn sie in Dresden zu viele Zweitstimmen bekommt. Das Ergebnis der Wahl des Direktkandidaten wird für Sonntagabend, die Auswirkungen auf die Sitzverteilung im Bundestag erst nach der Umrechnung auf das bundesweite Ergebnis in der Nacht zum Montag erwartet.

Als die Verschiebung der Wahl in Dresden nötig wurde, war diskutiert worden, ob die verspätete Wahl demokratischen Grundsätzen entspricht, da die Dresdner in Kenntnis des bundesweiten Ergebnis anders wählen und bei knappem Ausgang übermäßigen Einfluss auf das Gesamtergebnis haben könnten. Überlegungen, daher die Veröffentlichung des bundesweiten Ergebnisses bis nach der Wahl in Dresden zu verschieben, wurden jedoch als unrealistisch verworfen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%