Bereits Arbeitsgruppe eingesetzt
Unternehmerverbände prüfen Fusion

Die Unternehmensverbände DIHK und BDI rücken zusammen und prüfen einen Zusammenschluss. Auch den dritten Spitzenverband will man bei den Gesprächen nicht ausgrenzen.

HB BERLIN. „Das erste Treffen diente vor allem dazu, die unterschiedlichen Sichtweisen und Ideen auszutauschen und auf diese Weise die Basis für weitere Gespräche zu schaffen", sagte DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben dem Handelsblatt. Allerdings stünden die Gespräche ganz am Anfang, inhaltliche Vereinbarungen oder weitere Details gebe es es bislang nicht, fügte Wansleben hinzu.

Nach Informationen des Handelsblattes wurde allerdings bereits eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine etwaige Zusammenführung der beiden Verbände prüfen soll. Der Arbeitsgruppe gehören die beiden Verbandspräsidenten Jürgen Thumann (BDI) und Ludwig Georg Braun (DIHK) an. Zudem sollen auf DIHK-Seite Vizepräsident Heinz Heinrich Driftmann und Hauptgeschäftsführer Wansleben, auf BDI-Seite Vizepräsident Arend Oetker und Hauptgeschäftsführer Ludolf von Wartenberg prüfen, ob eine gemeinsame Organisation mit direkter Mitgliedschaft der IHKs und der Verbände möglich ist.

Wie weiter verlautete, seien sich BDI und DIHK einig, den dritten Spitzenverband BDA bei den Gespräch nicht ausgrenzen zu wollen. Vor allem dem DIHK sei es wichtig, dass eine etwaige Zukunft mit dem BDI eine enge Kooperation zwischen den IHK-Organisationen und den Handwerkskammern nicht ausschließne dürfe.

Thumann begründet Fusionspläne mit Globalisierungszwang

Das mögliche Zusammengehen der beiden Wirtschaftsverbände BDI und DIHK begründet BDI-Präsident Jürgen Thuman mit dem Globalisierungsdruck. "BDI und DIHK wollen alle Optionen prüfen, die die Interessenvertretung der Wirtschaft besonders mit Blick auf internationale Aufgaben noch schlagkräftiger macht", sagte Thuman. "Die Globalisierung verlangt, dass wir immer wieder unsere internen Strukturen überprüfen." Aus einem dem Handelsblatt vorliegenden Brief der BDI- und DIHK-Präsidien an ihre Mitglieder geht hervor, dass auch ein "neuer gemeinsamer Verband mit direkter Mitgliedschaft von IHKs und Verbänden" geprüft wird.

Mit Blick auf eine mögliche Annäherung von BDI und DIHK sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Reinhard Göhner: "Ich kann mit gut vorstellen, dass es zu einer engeren Zusammenarbeit der Verbände auf dem Gebiet der Steuer- und der Außenwirtschaftspolitik kommt."

Skepsis äußerte er allerdings hinsichtlich einer Fusion mit der BDA selbst. "Wir sind daran interessiert, bestehende Ansätze zur Bündelung gemeinsamer Aktivitäten weiter zu verstärken. Daher führen wir auch Gespräche mit den anderen Spitzenverbänden", sagte Göhner dem Handelsblatt. "Eine förmliche Fusion etwa der BDA mit der Kammerorganisation würde allerdings schon das Industrie- und Handelskammergesetz verbieten", betonte er. Denn dieses erlaube den Kammern keine Interessenvertretung auf dem Gebiet des Arbeitsrechts, der Tarif- und Sozialpolitik.

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