Bericht der Bundesbank
Immobilien-Warnung alarmiert Koalition

In Ländern wie den USA und Spanien haben Übertreibungen an Immobilienmärkten verheerende Folgen nach sich gezogen. Dass die Bundesbank jetzt vor einer ähnlichen Entwicklung in Deutschland warnt, alarmiert die Politik.
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BerlinDie Warnung der Bundesbank vor einer Überhitzung am deutschen Immobilienmarkt hat Politiker von CDU und FDP alarmiert. „Die Befürchtungen der Bundesbank sind ernst zu nehmen. Solche Immobilienblasen sind häufig Auslöser von Finanzkrisen“, sagte der Vize-Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Volker Wissing, Handelsblatt Online. „Die Finanzaufsicht muss das Risikomanagement der Banken streng überwachen.“

Der Vize-Vorsitzende der Unions-Fraktion im Bundestag, Michael Meister, vertraut auf das Krisenmanagement der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls einzugreifen, sollte es zu Preisblasen kommen. EZB-Präsident Mario Draghi habe im Bundestag versichert, dass die Zentralbank rechtzeitig mit geldpolitischen Instrumenten die Liquidität aus dem Markt nehmen werde. „Ich gehe davon aus, dass dies geschehen wird“, sagte Meister Handelsblatt Online. Auch wenn die Bundesbank für die Finanzstabilität in Deutschland derzeit keine destabilisierende Wechselwirkung zwischen Preisniveau und Kreditvergabe sehe, sei es wichtig, dass sie diese „Entwicklung beobachtet und Hinweise für ein rechtzeitiges Gegensteuern gibt“.

Zwar gebe es noch keine Anzeichen für eine Spekulationsblase und ernste Risiken für die Finanzstabilität, hatte zuvor Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger und ihr Vorstandskollege Andreas Dombret bei der Vorstellung des jährlichen Finanzstabilitätsberichts der deutschen Notenbank am Mittwoch erklärt. Allerdings berge der teils kräftige Anstieg der Immobilienpreise in und rund um sieben deutsche Großstädte und vor allem in Berlin inzwischen Gefahren.

Sollte es zu Preisblasen in den Ballungszentren kommen, könne dies die Finanzstabilität "erheblich gefährden". Noch sei das Wachstum der Immobilienkredite mit 1,2 Prozent im vergangenen Jahr zu gering gewesen und die Vergabepraxis bei den Krediten traditionell so konservativ, um überhaupt von etwas Vergleichbarem wie einer Kreditblase sprechen zu können, betonte Dombret. Das finanzielle Umfeld und die Entwicklung der vergangenen Monate sprächen jedoch dafür, dass die Gefahren eher zu- als abnähmen. "Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass es gerade im Umfeld niedriger Zinsen und hoher Liquidität zu Übertreibungen an den Immobilienmärkten kommen kann." Dagegen hatte Allianz -Vorstand Maximilian Zimmerer am Dienstag noch beschwichtigt: "In Großstädten wie München sind die Preise gestiegen, sie sind aber im internationalen Vergleich noch nicht besonders hoch."

Auch die Bundesregierung sah zuletzt keine Anzeichen für eine Blasenbildung, wie aus einer im Juni veröffentlichten Antwort auf einer Grünen-Anfrage hervorgeht. Sie beruft sich dabei auf Einschätzungen der Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Demnach sind die Preise nicht in Deutschland, sondern in einigen anderen Ländern stark angestiegen „und zeigten vor Ausbruch der Finanzkrise deutliche Überbewertungen an“. Genannt werden von der Bundesregierung in diesem Zusammenhang die USA, das Vereinigte Königreich, Irland und Spanien. „Von einer solchen blasenartigen Entwicklung ist der deutsche Immobilienmarkt noch weit entfernt, zumal die Hypothekarkreditvergabe in relativ moderatem Tempo zunimmt“, stellt die Bundesregierung fest.

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Immobilien-Warnung alarmiert Koalition

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Hauptrisiko bleibt die Schuldenkrise

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  • Ein Hauskauf oder -Bau ist etwas, das man in der Regel im Hiblick auf ein paar Jahrzehnte tätigt. Wie werden sich also Preise entwickeln- ich denke, man kann diese Frage ohne den Blick auf die Hochfinanz oder die Politik beantworten:

    Man nehme einfach einmal die derzeitigen Schätzungen zur Entwicklung der Bevölkerungszahl in Deutschland. Ohne massiv steigende Zuwanderung wird die Bevölkerungszahl in den nächsten 35 Jahren um ca. 10-15 Millionen Menschen abnehmen. Diese Schätzungen sind recht genau, weil man ja weiss, wieviele Babies und Kinder heute da sind.

    Zur Zeit wird viel gebaut. Wir wissen, wie sich leichte Verschiebungen von Angebot und Nachfrage auf Preise auswirken. Mir ist nicht klar, wie bis auf wenige Ausnahmen der Preis für Wohnraum mittelfristig steigen soll.

    Wenn man das Wohneigentum für sich selbst braucht, ist es ja egal. Spekulationen bezüglich Werterhalt oder gar -Steigerung dürften auch kurzfristiger nicht mehr aufgehen.

  • Die Bundesbank warnt? Aber wieso das denn? Die liebe Bundesbank erhält doch wertvolle Target2 Forderungen, wenn Leute in den PIIGS Euros heraustragen und in Deutschland in Immobilien anlegen und damit den Preis treiben.

    In den PIIGS wird dafür neues Geld geschöpft und in Deutschland angelegt und alle sind glücklich:

    - der Verkäufer hat sein Geld
    - der Käufer hat seine Immobilie
    - die PIIGS-Notenbank hat wieder harte Euros gegen lustiges Toilettenpapier namens Target2 Verbindlichkeiten geschöpft. Sie kann sich drauf verlassen das die EZB sie Anforderungen an Sicherheiten schon senken wird. Die sind nämlich für die Target2 Betrugs-Maschinerie europaweit sehr knapp.
    - die Bundesbank hat in ihrer Bilanz mehr lustiges und wertloses Toilettenpapier namens Target2 Forderungen.
    - alle ausländischen Immobilienbesitzer sind glücklich weil die Preise steigen.
    - alle deutschen Mieter sind unglücklich weil die Mieten steigen

    What's not to like?

    Diese Geldmanipulation auf Kosten der deutschen Bürger ist wirklich teuflisch genial. Aber es gibt ja genug deutsche Journalisten die Target2 ganz toll und quasi unvermeidlich finden.

  • Hahahahaha…

    Wenn uns das Lachen demnächst im Hals stecken bleibt,

    hat die Staatsratsvorsitzende Muksel, das einstige FDJ-Mädchen und ihre sonstigen willfähigen Linksradikalen mit ihren Propagandamedien es geschafft, die EUdSSR zu errichten und das BRD-Volk endgültig entmündigt.

    Stasi-Gysi hatte recht, als er sagte:
    Es wird sich zeigen, wer wen übernommen hat BRD-DDR

    Die BRD Justiz sieht, hört, sagt nichts.

    Der Staatsschutz beschütz die Volksverräter.

    Also helfen wir uns selbst, dann hilft uns GOTT!

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